Elmsburg wird wieder zum Leben erweckt

von Katja Weber-Diedrich

Schöningen. Unter dem Blätterdach auf einer Kirchenbank sitzen und einem Gottesdienst oder den Klängen einer nachempfundenen Orgel lauschen – das soll, wenn es nach den Vorstellungen der Kreisarchäologin Dr. Monika Bernatzky geht, bald im Elm bei Schöningen möglich sein. Dort wird aktuell der Elmsburg “neues Leben” eingehaucht.

Hoch herrschaftlich ist es einst im Elm bei Schöningen zugegangen, denn die Elmsburg war im Mittelalter nicht nur eine „einfache“ Kirche, sondern sogar ein Standort des Deutschritterordens. Damit ist die Elmsburg eines der herausragenden archäologischen Denkmäler des Landkreises Helmstedt.
Historisch bedeutsam ist die Elmsburg, da sie zunächst im welfischen Besitz war und 1221 dem Deutschen Orden geschenkt wurde. Die Ritter erweiterten die Anlage zu einer Kommende, die bis ins 16. Jahrhundert hinein „in Betrieb“ war.
Doch der Zahn der Zeit hat an den Mauern genagt. Zwar fanden in den 1950er Jahren schon einmal Ausgrabungen statt, allerdings ist die frühere Burganlage im Laufe der Jahre wieder zugewachsen und beinahe im Boden „verschwunden“. Nur die Fundamente der Kirche blieben nach den Grabungen in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts offen liegen.
Im Rahmen der LEADER-Region „Grünes Band im Landkreis Helmstedt“ wurde nun ein Projekt eingerichtet, das zum Ziel hat, die Elmsburg entsprechend ihrer Bedeutung herzurichten. So soll das Denkmal durch neue Informationstafeln und eine behutsame Ergänzung der Mauern von den Besuchern wieder wahrgenommen werden können. Zum anderen bietet sich für die weitere Region mit dem spannenden Thema „Deutscher Orden“ ein neuer touristischer Aufhänger, der die Elmsburg in Vernetzung mit dem Rittergut Lucklum im Reitlingstal als lohnendes Ausflugsziel etablieren kann.
Beauftragt wurde die Arcontor Produkt GmbH aus Destedt für archäologische Grabungen, die bis Mitte 2020 andauern sollen.

Da die Grabungsdokumentation der 1960er Jahre für heutige Ansprüche nicht ausreichend ist, bilden archäologischen Nachgrabungen an der Kirchenruine die erste Phase der Umsetzung des Projektes. Dabei muss das Denkmal von Schutt und verstürzten Steinen, die sich in den letzten 60 Jahren über den Relikten angesammelt haben, befreit werden. Neben der genauen Dokumentation mithilfe von digitalen Vermessungsmethoden gilt es insbesondere die Frage zu klären, welche Bauphasen die Kirche erlebt hat und wie sich diese anschließend in einem schlüssigen Rekonstruktionskonzept darstellen lassen. Schon jetzt zeichnen sich die Fundamentreste, wie sie von Archäologen schon einmal vor 60 Jahren freigelegt worden sind, wieder deutlich im Gelände ab. Starke Grundmauern, überwiegend aus ortsfremdem Sandstein, trugen die erste Kirche an diesem Platz. Weitere Mauern bestehen aus Elmkalkstein und scheinen später errichtet worden zu sein. Noch bedarf es einiger gezielter „Schnitte“, wie es im archäologischen Fachjargon heißt, um die Abfolge genau zu klären.

Der jetzige Zustand wird weder dem Kulturdenkmal noch den Ansprüchen an ein attraktives touristisches Ziel gerecht. Loses Mauerwerk ist über den Kirchengrundriss verteilt und dient immer wieder als Spielplatz für Kinder der nahen Jugendherberge. Die Elmsburg macht den Eindruck eines zwar geheimnisvollen, aber doch sehr verwahrlosten historischen Orts.
Der Träger des Projektes ist der Landkreis Helmstedt. Neben Geldern der europäischen Union aus dem europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) ermöglichen Förderungen der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, in dessen Stiftungswald die Elmsburg liegt, und der Bürgerstiftung Ostfalen die Realisierung des Gesamtprojektes.

 

 

Dr. Monika Bernatzky (links) zeigte Vertretern des Landkreises, der Stadt Schöniningen, der LEADER-Aktionsgruppe, der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz sowie der Bürgerstiftung Ostfalen im Beisein von Grabungsleiter Marius Miche (rechts), was an der Elmsburg zutage gefördert werden soll. Foto: Katja Weber-Diedrich

Ein Wiedersehen in Watenstedt

von Katja Weber-Diedrich

Watenstedt. “In Watenstedt ist’s herrlich, in Watenstedt ist’s schön, hier wollen wir uns wiederseh’n!” Mit diesen Worten hatten Bärbel Harmel, Klaus Bode ind Winfried Reinhardt “Ureinwohner” der Jahrgänge 1945 bis 1960 des Dorfes am Heeseberg eingeladen, um einen bunten Tag in der alten Heimat zu verbringen. Und zahlreich waren die (früheren) Watenstedter der Einladung gefolgt. Am Vormittag kamen 77 Ureinwohner der genannten Jahrgänge in der Gaststätte Borrmann zusammen, was natürlich zunächst ein lautes Hallo gab.

„Heimat ist die Gewissheit, jede Straße, jeden Schleichweg zu kennen. Heimat ist, wo wir frühe, intensive Prägungen erfahren durften, Heimat ist hier in Watenstedt.“ Mit diesen Worten eröffnete Klaus Bode dieses erste Ureinwohnertreffen. Am Nachmittag kamen 28 “aktuelle” Senioren des Ortes hinzu, sodass insgesamt 105 Watenstedter den ereignisreichen Tag zusammen verbrachten. Die Idee zum Treffen (früherer) Watenstedter der Geburtsjahrgänge 1945 bis 1960 sowie heutiger Senioren des Dorfes kam Reinhardt nach der Goldenen Konfirmation. Es war ihm ein Bedürfnis, sich mit mehreren Jahrgängen wiederzusehen, von denen die meisten in Deutschland und sogar der ganzen Welt verstreut wohnen.

Klaus Bode hatte die Geschichte des Ortes zusammengetragen und ließ die Teilnehmer so in Erinnerung „an alte Zeiten“ schwelgen.Er trug vor, dass der Raum um Watenstedt ein uraltes menschliches Kultur- und Siedlungsgebiet ist. Funde von vor- und frühgeschichtlichen Gräbern, von Gefäßscherben und alten Geräten geben heute davon Kenntnis und deuten auf eine alte Siedlung hin. “Ein heute noch sichtbarer Zeuge der historischen Vergangenheit ist die Hünenburg, die sich im Osten über dem Dorf erhebt”, führte Bode aus. Scherbenfunde weisen dabei auf die Entstehung der Burg bereits in der Bronzezeit hin.

Die erste Urkunde, on der Warenstedt Erwähnung findet, stammt allerdings “erst” aus dem Jahr 1051. Damals hieß das Dorf Wethnenstede, später Watenstide und Watenstede mit dem Zusatz bi dem broke.

Bode erzählte weiter: “Die aus dem Rogenbruchstein des Heesebergs gebaute Kirche liegt oberhalb des Dorfes und beherrscht mit ihrem wuchtigen Turm den Ort, Von ihrem Fuß hat man einen weiten Blick in das Harzvorland bis zu den Harzbergen in Teilen unseres Vaterlandes, zu denen uns eine willkürlich gezogene Zonengrenze bis 1989 den Zutritt versperrte.”

Bode berichtete, dass Watenstedt am 11. April 1945 von amerikanischen Truppen besetzt wurde. Nach dem Ende des Krieges übernahm die britische Militärregierung die Verwaltung und Heimatvertriebene aus den Ostgebieten kamen nach Warenstedt. Wie allerorts nahm die Einwohnerzahl entsprechend zu.”Wir alle sind nach dem Krieg, also nach 1945 geboren”, machte Bode deutlich und verwies darauf, dass es für ihre Eltern nicht so einfach war, über die Runden zu kommen. Damals lebten schließlich bis zu 1.300 Personen in Watenstedt – heute sind es noch ganze 280.

Bode kam darauf auf die Kindheit der Anwesenden zu sprechen, erinnerte an das Spielen mit Stock und Reifen, mit Murmeln oder mit Karten, die Lehrer in der Schule. “In unserer Schulzeit wurde der Grundstein für unser späteres Leben gelegt”, sagte Bode. Allerdings begann für alle nach der Schule die Berufsausbildung – und damit trennten sich die Wege. Zwar blieben auch einige vor Ort, dennoch verlor man sich aus den Aufen. “Aber man kam immer gern nach Watenstedt.”

Nach dem Mittagessen gab es eine Ortsbegehung mit Erklärungen zum früheren und heutigen Watenstedt, bevor sich zur Kaffeetafel die heutigen Senioren des Dorfes dazu gesellten. Diese wurde vom Watenstedter Peter Gotterbarm gesponsert, der leider nicht selbst bei dem Treffen dabei sein konnte. Eine Tombola und eine Versteigerung gestifteter Gemälde des Watenstedter Künstlers Hilmar Gottwald setzte dem Nachmittag eine unterhaltsame Note auf, ebenso wie die Video-Schau mit alten Fotos. So konnte das erste Ureinwohnertreffen an Abend harmonisch ausklingen und es wurden mehrfach die Wünsche nach einer Wiederholung laut…

Zum Gruppenfoto versammelten sich alle Ureinwohner auf einem Bauernhof. Foto: privat

Helmstedter Kräfte helfen in Meppen

von Katja Weber-Diedrich

Helmstedt. Seit Wochen schon “wütet” bei Meppen der Moorbrand, den die Bundeswehr bei einer Übung ausgelöst hat. Mittlerweile sind auch Einsatzkräfte aus dem Landkreis Hemstedt vor Ort, um Hilfe zu leisten.

Die THW Ortsverbände Schöningen und Helmstedt befinden sich mit Führungs- und Küchenpersonalnun seit knapp drei Wochen in Meppen beim Moorbrand im Einsatz.
Der Bereitstellungsraum (BR) in Meppen wurde aufgestockt, sodass die Anzahl der ausgegeben Essen die 1.000-Portionen-Grenze pro Mahlzeit überschritten hat. Gleich­zeitig werden bis zu 400 Einsatzkräfte von THW, Freiwilligen Feuerwehren und Bundeswehrfeuerwehr untergebracht. Insgesamt sind derzeit über 500 ehrenamtliche Helfer aus 90 Ortsverbänden in Meppen sowie hauptamtliche THW-Angehörige in den Leitungs- und Koordinierungsstäben im Hintergrund am Einsatz beteiligt.
Einsatzaufgaben des THW sind dabei Transport von Brauchwasser und Betreuen der eingerichteten Wasserförderstrecken. Zusätzlich betreibt das THW den BR in der Kaserne WTD 91, in dem die Einsatzkräfte untergebracht sind und zur Ruhe kommen und leisten Führungsunterstützung für die Einsatzleitung der Bundeswehr inklusive Fachberatung über die Einsatzmöglichkeiten des THW.
Um das Löschwasser an die Einsatzstellen zu bekommen, hat das THW drei Wasserförderstrecken aufgebaut. Mit mehreren Hochleis­tungspumpen wird das Wasser aus einem Fluss in Rückhaltebecken gepumpt, um von dort aus mit weiteren Pumpen über eine Stre­cke von mehreren Kilometern zu den Wasserübergabestellen transportiert zu werden. Die zur Brandbekämpfung eingesetzten Kräfte der Feuerwehren und Bundeswehrfeuerwehr können das Wasser dort entnehmen und gegen das Feuer angehen.

Auch Feuerwehr beteiligt
Zunächst nur kurz ging es für 26 freiwillige Feuerwehrkräfte aus dem Landkreis Helmstedt nach Meppen. Die Tanklöschfahrzeuge aus Lelm, Süpplingen, Mariental, Flechtorf und Groß Twülpstedt sowie der Einsatzleitwagen der Kreisfeuerwehr und ein Mannschaftstransportwagen aus Bahrdorf machten sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auf den Weg ins Emsland. Am Donnerstagvormittag wurden die Feuerwehrkräfte aus dem Landkreis Helmstedt wieder aus dem Einsatz entlassen und am frühen Abend in Helmstedt empfangen. Anderthalb Tage lang hatte der Wassertransportzug des Landkreises Helmstedt Schlauchleitung der Riegelstellung auf Beschädigungen untersucht, Pumpen, Fahrzeuge und Verteiler in die Leitung eingebaut.

Weil nach dem Einsatz bekanntlich vor dem Einsatz ist, ließ die nächste Anforderung nicht lange auf sich warten. Am Sonnabend gegen 23 Uhr ging es für 28 Einsatzkräfte der Feuerwehr erneut los. Die Schöninger, Graslebener, Lauinger, Mackendorfer und Velpker Feuerwehrleute unterstützen im Emsland die Bundeswehr. Dabei wurden für die Bundeswehr neue Schläuche verlegt, was sich allerdings als schwierig herausstellte. Denn die Bundeswehrschlauchanhänger haben eine andere Anhänger-Öse als die der Feuerwehrfahrzeuge. Dennoch sei die Stimmung gut, hieß es in einem Zwischenbericht aus Meppen.

Via Facebook teilte Graslebens Gemeindebrandmeister Maik Wermuth am Montag mit: “Nach einer kalten, aber erholsamen Nacht haben wir um 8 Uhr heute Morgen unseren neuen Einsatzbefehl erhalten. Alle Kräfte sind gut gelaunt und motiviert. Nachdem wir gestern als Einzel-Komponente eingesetzt wurden und hunderte Schläuche aufgenommen haben, wurden wir heute der Bundeswehrfeuerwehr West unterstellt. Gemeinsam sind wir für die Brandbekämpfung kleinerer punktueller Flächen (Nachlöscharbeiten) zutändig. Eine Herausforderung ist dabei, dass bestimmte Bereiche nicht betreten werden dürfen, da dort noch mit Munitionsresten gerechnet wird. Bei der Lagebesprechung heute morgen kam eine deutliche Entspannung rüber. Die Feuerwehren aus Braunschweig und Hannover, die heute Nacht eingetroffen sind, sind die letzten zivilen Feuerwehren die hier eingesetzt werden. Nach bisherigen Kenntnisstand werden wir bis maximal 20 Uhr heute Abend im Einsatz sein. Sollte das so sein, dann werden wir morgen früh nach dem Frühstück den Heimweg antreten.
Die Zusammenarbeit mit allen Feuerwehren, dem THW, der Bundeswehrfeuerwehr, den Soldaten und dem Stab ist extrem gut.”

Zeitzeuge in der BBS: Sally Perel war selbst der “Hitlerjunge Salomon”

Sally Perel erzählte in der Aula der BBS Helmstedt in bewegenden Worten von seinen Jahren als „Hitlerjunge Salomon“. Foto: Katharina Loof

von Katharina Loof

Helmstedt. „Zeitzeugen sind die besten Geschichtslehrer“, zitierte Sally Perel den Regisseur Steven Spielberg. Und der Autor des autobiografischen Buches „Ich war Hitlerjunge Salomon“ nahm seine Rolle als „lebendige Geschichte“ sehr ernst. Auf Einladung der Schulleitung Heidelinde Klimm und Stefanie Lorenz war Perel  in die Berufsbilden Schulen (BBS) für den Landkreis Helmstedt gekommen, um aus seinen Leben zu berichten.
Er berichtete von seiner Jugend in Peine, von der Flucht nach Polen, von wo aus er 1939 als 14-Jähriger in Richtung Russland floh.
Während seiner Flucht wurde Perel von deutschen Soldaten aufgegriffen, die ihn für einen der Ihren hielten. Perel tarnte sich als Josef Peters, gelangte in ein Waisenhaus und wurde später von einem Hauptmann adoptiert und in ein Hitlerjugend-Internat nach Braunschweig geschickt. Vier Jahre lang lebte Perel als vermeintlicher Nazideutscher. Mehr noch: er verinnerlichte seine Rolle bis zum Selbsthass. „Ich war ein begeisterter Hitlerjunge, salutierte mit Stolz, rief den Hitlergruß – ich wurde zu meinem größten Feind.“
Perels Worte bewegten und machten nachdenklich. Vor allem, weil in seinen Worten mit keiner Silbe eine Anklage mitschwang.
Er überlebte diese „größtmögliche Tragödie von der anderen Seite“. Perel ist Teil beider Geschichten; ein Doppelleben, das sich einprägte und über 75 Jahre Bestand hat. „Noch immer muss ich mich mit der Nazi-Ideologie auseinandersetzen“, gestand der 93-Jährige. „Unsere Völker – das jüdische und das deutsche – werden noch lange Auschwitz-Invaliden sein.“ Sein Plädoyer richtete sich daher an alle: „Macht nicht die gleichen Fehler, wiederholt nicht die gleichen Parolen.“

Tubicinum ist 30 Jahre alt

In der St. Marienberg-Kirche feierte das Tubicinum sein 30-jähriges Bestehen. Foto: Nico Jäkel

Helmstedt. Das Blechbläserensemble Tubicinum der Kreismusikschule Helmstedt feiert unter Leitung von seinem Gründer Gheorghe Herdeanu in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums haben die jungen Musiker im April dieses Jahres in der Klosterkirche St. Marienberg Helmstedt eine CD aufgenommen.

Im Rahmen des jährlichen Konzertes des Blechbläserensembles wurde diese CD un in der St. Marienberg-Kirche in Helmstedt präsentiert.  Das Konzert und auch die CD spiegeln das breite Repertoire des Ensembles wider, und das alles unter dem Motto “aus Liebe zur Musik”. 

Die CD ist ein musikalisches Bekenntnis zu beliebten vertonten Liebesgeschichten. Der Verkauf der CD ist an diesem Abend gestartet. Sie ist gegen eine Spende zur Unterstützung der Arbeit der Kreismusikschule darüber hinaus in der Kreismusikschule in Helmstedt, Elzweg 5, erhältlich.

Königslutter neu entdeckt

Am Ende der verschiedenen Rundgänge stand eine gemeinsame Fazit-Runde in den Räumen des Stadtarchivs Königslutter. Foto: Nico Jäkel

von Nico Jäkel

Königslutter. Eingeladen war zu „Entdeckungstouren“ durch Königslutter. Was sich dahinter verbarg, war allerdings etwas ganz Praktisches. Im Rahmen der Erarbeitung eines Stadtentwicklungsprogrammes wollte die Planungsgruppe Erfahrungen sammeln – idealerweise unter der Mithilfe der Bürger der Stadt.
Die zeigten sich engagiert und bescherten den Planern mehrere Stunden in ihrer Stadt. Drei Gruppen waren schließlich unterwegs: eine, um den Leerstand zu thematisieren, eine die sich Kultur und Grün in der Stadt widmete und die dritte, die den Alltag in Königslutter unter die Lupe nahm.
Am Ende kamen schließlich alle drei Gruppen im Stadtarchiv Königslutter zusammen, um Bilanz zu ziehen und sich untereinander auszutauschen.
Die Kernerkenntnis dabei: Königslutter sei hinsichtlich seiner Entwicklung ein Paradoxon. Auf der einen Seite sinke die Zahl der Wirtschaftsbetriebe, Leerstand breite sich aus, auf der anderen Seite erfreue sich die Stadt an einem permanenten Einwohnerzuwachs, durch die gute Lage zwischen Braunschweig und Wolfsburg.
Details seien es in der Stadt allerdings nicht, die sich verändern müssten, um die Schattenseite des Paradoxons umzudrehen, ein schlüssiges Konzept müsse her. Dieses müsse an den Stärken der Stadt anknüpfen, war man sich einig.

Eine Gruppe widmete sich dem Leerstand in der Stadt. Foto: Nico Jäkel

Eine Gruppe widmete sich dem Leerstand in der Stadt. Foto: Nico Jäkel

Eine dieser Stärken seien die unglaublich vielfältigen kulturellen Angebote in der Stadt, wie die Gruppe „Kultur und Grün“ berichtete. Gut eine Stunde länger als geplant war die Gruppe unterwegs gewesen und sich sicher, lange nicht alles gesehen zu haben. Die Stadt habe so viele versteckte Qualitäten, was aber fehle, sei ein kulturelles Zentrum, das alle Fäden verknüpft, so das Fazit der Gruppe. Für November ist ein Auswertungstreffen geplant, bei dem die Ergebnisse der Entdeckertouren präsentiert werden.

Dreitägige große Sause in der kleinen Stadt

von Katja Weber-Diedrich

Helmstedt. Im wahrsten Sinne des Wortes “proppevoll” war die Helmstedter Innenstadt zur dreitägigen “großen Sause” in der “kleinen Stadt”. Das 43. Altstadtfest, das helmstedt aktuell/Stadtmarketing veranstaltete, war ein voller Erfolg.

Am Freitag starteten die Festivitäten offiziell mit dem Fassbieranstich durch Bürgermeister Wittich Schobert, am Sonntag endeten sie mit dem Geschäftsschluss der Innensadtgeschäfte nach dem verkaufsoffenen Sonntag um 18 Uhr.

Nach zwei Tagen Musik und guter Stimmung bot der verkaufsoffene Sonntag nicht nur die Möglichkeit zum Einkaufen, sondern einiges mehr, das zahlreiche Familien in Helmstedts Zentrum lockte. Spielmöglichkeiten für die kleinen Besucher, ein Kinderflohmarkt, ein buntes Bühnenprogramm sowie eine Automeile auf dem Gröpern und seiner Umgebung wurden gut angenommen.

Als Verkehrssicherheitsvereine trafen sich die Mitglieder von ADAC-Ortsclubs und der Kreisverkehrswacht Helmstedt im Zentrum der Automeile. Dort hatte der Orstclub sein weithin sichtbares gelbes Zelt aufgeschlagen und in unmittelbarer Nähe stand ein Anhänger mit einem Überschlagsimulator. Ein Teilnehmer fasste das Ergebnis so zusammen: „Hoffentlich komme ich im realen Leben nie in die Situation. Hier war der Kopfstand ja vorhersehbar, dann kam aber das Problem. Nur wenn man den eigenen Körper hochstemmen konnte, ließ sich der Gurt öffnen.“

Achim Klaffehn stellte als Verkehrssicherheitsmoderator dazu fest, dass es erst mal darauf ankommt, das Fahrzeug auf der Straße auf allen vier Rädern zu behalten. Dazu gibt es entsprechende Trainings. Wenn der Überschlag dennoch erfolgt, bleibt es nicht wie im Simulator. Der ganze Wagen wird auf kaltem Wege stark verformt.

Beratungsbroschüren und Schlüsselanhänger in Schutz-Engelform wurden im ADAC-Zelt heftig nachgefragt. Gespräche ergaben, dass der ADAC-Ortsclub insbesondere wegen der Verkehrssicherheitsarbeit mit Kinder in hohes Ansehen genießt.

Auch die Aktion der N.E.S.T. Akademie von Stefanie Schulzendorf, abgelaufene Verbandkästen kostenlos gegen neue zu tauschen, fand reißenden Absatz.

Die Vorsitzende von Helmstedt aktuell, Petra Schadebrodt, bat Klaffehn darum, auch im nächsten Jahr zur Automeile eine Verkehrssicherheitsaktion im Rahmen der Automeile beim Altstadtfest einzuplanen.

 

Fotos: Achim Klaffehn

45. Schöninger Altstadtfest

Viel los war beim 45. Altstadtfest in Schöningen.

von Nico Jäkel

Schöningen. Mehrere Tausend Besucher konnten sich einmal mehr über ein gelungenes Altstadtfest in Schöningen freuen. Die Schöninger Werbegemeinschaft hatte das Fest auch im 45. Jahr ihres Bestehens wieder organisiert und damit für eine belebte Innenstadt gesorgt.

Zwei Spendenschecks hatte Rüdiger Bösing (dritter von rechts) im Gepäck.

Zwei Spendenschecks hatte Rüdiger Bösing (dritter von rechts) im Gepäck. Foto: Nico Jäkel

Den Auftakt machte am Freitag der traditionelle Freibier-Fass-Anstich, der einmal mehr von Bürgermeister Henry Bäsecke übernommen wurde. Bäsecke hatte neben dieser Würde aber auch einen weiteren Grund zur Freude: die Firma Eon Energy from Waste (EEW) übergab am Eröffnungsabend gleich zwei große Spendenschecks: 2.000 Euro gingen an die Schöninger Werbegemeinschaft, 1.000 Euro kamen dem Akkordeon-Musikorchester-Schöningen zugute.

Doch schon vorher stand “lokale” Prominenz auf der Bühne. Der Groß-Twülpstedter Künstler Ayke Witt überzeugte mit vielen Stücken aus seinem aktuellen Programm. Im Anschluss ging es mit zwei vom Weihnachtsmarkt bekannten Gruppen auf der Marktbühne weiter: “Worthy und Zeplin” sowie auch “New Soul Generation” heiztem dem Publikum ein. Auf der Bühne im Brauhof standen indes die Helmstedter Urgesteine “Beat Tones” die das Publikum zum Tanzen brachten. Später übernahm “Scotland and Yard”, das Kulttrio aus Gifhorn.

Der Sonnabend stand ebenso im Zeichen des Feierns, wenngleich sich den Besuchern des Festes auch schon seit der Mittagszeit die Möglichkeit zum Shoppen in der Niedernstraße bot. Auf der Marktbühne überzeugte Lokalmatadorin und Newcomerin Franziska Gashi mit ihrer Stimme, während es die Banda Racuda im Anschluss sprichwörtlich krachen ließ.

Richtig rund ging es dann mit “Lilly and the shiny Nails” auf der Marktbühne, bevor “Steam” aus Hannover für ordentlichen Tanz-Dampf sorgten. Wer es etwas besonnener, aber nicht mit wengier Stimmung mochte, konnte einen tollen Abend mit “Bertls Buben” auf dem Brauhof verbringen.

Der Sonntag schließlich war mit Programm soweit ausgefüllt, dass eine Beschreibung nahezu müßig wäre: Open-Air-Gottesdienst, Start der Halbdistanz der “Cycle Tour”, Spielemeile und verkaufsoffener Sonntag in der Innenstadt, rundes Musikprogramm auf zwei Bühnen – und noch mehr. An dieser Stelle dürfen nun Bilder sprechen…

Auf der Lauer, auf der (Kirchen)Mauer... das Kletter-Turm-Team von JFZ Schöningen und Kreissportbund war wieder im Einsatz.

Auf der Lauer, auf der (Kirchen)Mauer… das Kletter-Turm-Team von JFZ Schöningen und Kreissportbund war wieder im Einsatz. Foto: Nico Jäkel

Ein Boot in der Innenstadt? Die DLRG nutzte das Altstadtfest nicht nur, um den Verein zu präsentieren, sondern war auch aktiv bei der Spielemeile und mit einem eigenen Stand an dem es zum Beispiel leckeren Honig gab, aktiv.

Ein Boot in der Innenstadt? Die DLRG nutzte das Altstadtfest nicht nur, um den Verein zu präsentieren, sondern war auch aktiv bei der Spielemeile und mit einem eigenen Stand an dem es zum Beispiel leckeren Honig gab, aktiv. Foto: Nico Jäkel

Verkaufsoffener Sonntag heißt in Schöningen: eine prall gefüllte Niedernstraße.

Verkaufsoffener Sonntag heißt in Schöningen: eine prall gefüllte Niedernstraße. Foto: Nico Jäkel

1.000 Euro bekam das Akkordeon-Musikorchester-Schöningen von der EEW gespendet. Das dieses Geld gut angelegt ist, bewiesen die Musiker am Sonntag auf der Marktbühne.

1.000 Euro bekam das Akkordeon-Musikorchester-Schöningen von der EEW gespendet. Das dieses Geld gut angelegt ist, bewiesen die Musiker am Sonntag auf der Marktbühne. Foto: Nico Jäkel

Pfarr-Rad-Fahrer oder Fahrrad-Pfarrer? Die Antwort lautet: Fahrrad-Pastor! Andreas Neef, Pastor der Christuskirche in Schöningen hielt die Predigt beim Open-Air-Gottesdienst, passend zur parallel stattfindenden "Cycle Tour" auf zwei Rädern.

Pfarr-Rad-Fahrer oder Fahrrad-Pfarrer? Die Antwort lautet: Fahrrad-Pastor! Andreas Neef, Pastor der Christuskirche in Schöningen hielt die Predigt beim Open-Air-Gottesdienst, passend zur parallel stattfindenden “Cycle Tour” auf zwei Rädern. Foto: Nico Jäkel

Petrus meinte es gut mit den Besuchern des Open-Air-Gottesdienstes.

Petrus meinte es gut mit den Besuchern des Open-Air-Gottesdienstes. Foto: Nico Jäkel

Ruhe vor dem Sturm: um 10.30 Uhr standen die Teilnehmer der Halbdistanz der "Cycle Tour" auf dem Burgplatz in Schöningen in den Startlöchern und warteten darauf, dass das Teilnehmerfeld der Langstrecke die Stadt passiert hatte.

Ruhe vor dem Sturm: um 10.30 Uhr standen die Teilnehmer der Halbdistanz der “Cycle Tour” auf dem Burgplatz in Schöningen in den Startlöchern und warteten darauf, dass das Teilnehmerfeld der Langstrecke die Stadt passiert hatte. Foto: Nico Jäkel

Sportlerehrung der Stadt Helmstedt

Rund 100 Sportler und viele Gäste aus der Kommunalpolitik waren ins Waldbad Birkerteich zur Sportlereh- rung gekommen.
von Nico Jäkel
Helmstedt. Bestes Sommerwetter genossen Helmstedts Bürgermeister Wittich Schobert und Yvonne Müller, die die Sportlerehrung der Stadt Helmstedt am moderierten. Zahlreiche Vertreter der Politik hatten es sich nicht nehmen lassen, den sportlich aktiven Leistungsträgern ihren Respekt zu zollen.
Das erprobte Konzept der Sportlerehrung, die einzelnen Überreichungen der Urkunden in Blöcken abzuhalten, bewies sich auch dieses Mal wieder als Erfolgsrezept. Die rund 100 Gäste genossen den Abend, der mit Experten-Interviews und Musik ein wenig aufgelockert wurde.
Im ersten Ehrungsblock standen Kinder und Jugendliche als zu Ehrende an. Während die 2. Handball-Damenmannschaft die Urkunden überreichte, gab es neben der Gratulation des Bürgermeisters auch Gratulationen von Torsten Scharf als Vorsitzendem der Arge Sport und von Friedrich-Wilhelm Diedrich, Vorsitzender im  Ausschuss für Sport und Ehrenamt der Stadt Helmstedt.

Geehrt wurden: die DLRG Ortsgruppe Helmstedt, das Gymnasium am Bötschenberg – in erster Linie wegen der Jahr für Jahr erreichten Sportabzeichen, der Helmstedter Sportverein mit seiner Ju Jutsu- und Tae Kwon Do-Abteilung, der Kegelsportverein Helmstedt und Umgebung sowie der TSV Germania Helmstedt mit gleich drei Sparten: Bogenschießen, Leichtathletik und Triathlon.

Bevor es mit der zweiten Ehrungsrunde los gehen konnte, standen Wilfried Beushausen, Abteilungsleiter der Handballer bei den Handballfreunden Büddenstedt-Helmstedt und Jens Wichmann, Vorsitzender der  Handballregion SüdOstNiedersachsen den Talk-Fragen von Wittich Schobert Rede und Antwort.
Im zweiten Ehrungsblock, Jugendliche und Erwachsene, wurden, passend zur Talkrunde, die Handballfreunde Büddenstedt-Helmstedt auf die Bühne gerufen. Ebenfalls geehrt wurden die Mannschaften der Schwimmer und Fußballer des Helmstedter Sportvereins.
Den dritten Ehrungsblock, Erwachsene, in dem der Kegelsportverein Helmstedt und Umgebung, der TSV Germania Helmstedt sowie der FC Türk Gücü geehrt wurden, läutete eine Talkrunde zum Thema Fußball ein. Befragt von Bürgermeister Wittich Schobert wurden Ahmet Inan als Vorsitzende des FC Türk Gücü sowie die Altherren HSV-Spieler Ralf Bruns und Simon Karney.
Im Anschluss fand die Sportlerehrungsparty im Waldbad statt.

Melissa Schwarz ist “Miss Niedersachsen”

Die Helmstedterin Melissa Schwarz wurde in Wusterwitz zur „Miss Potsdam-Mittelmark“ gekrönt. Foto: ILJA. G Fotografie

von Katja Weber-Diedrich

Helmstedt. Dass Melissa Schwarz eine schöne Frau ist, hat die 27-jährige Helmstedterin bereits mehrfach bewiesen. Gerade im Januar wurde sie zur „Miss Nieder­sachsen“ gewählt.
Bei den Städtewahlen der Miss Germany Corporation ist nun ein weiterer Titel hinzu gekommen: Melissa Schwarz ist „Miss Potsdam-Mittelmark“.
Doch wie kommt eine Helmstedterin nach Brandenburg, um dort eine Schönheitswahl zu gewinnen? „2015 war ich bereits Miss Magdeburg und seitdem gehöre ich zur Miss Germany Corporation“, erklärt die Helmstedterin. So wurde sie angefragt, ob sie sich der Wahl zur Miss Potsdam-Mittelmark in Wusterwitz stellen wolle. 250 junge Frauen hatten sich dafür beworben, nur zehn durften antreten und Melissa Schwarz wurde am Ende als die schönste unter ihnen gekürt.
Mit zwei Freikarten für den Europapark Rust, einem Gutschein für eine Bootstour in Berlin im Wert von 350 Euro, einem Modelvertrag bei der Miss Germany Corporation sowie diversen Zusagen für Laufstegauftritte im Mode- und Stylingbereich im Gepäck reiste sie nach Hause zurück.
„Damit habe ich mich auch in diesem Jahr für die Wahl zur Miss Niedersachsen qualifiziert“, freut sie sich und verweist darauf, dass registrierte Models an diversen Städtewahlen teilnehmen können, egal in welchem Bundesland sie stattfinden. Gewinnen sie eine dieser Städtewahlen, so qualifizieren sie sich für die Misswahl ihres Heimat-Bundeslandes.
Und das ist für Melissa Schwarz ganz klar Niedersachsen: Sie ist in Helmstedt geboren und aufgewachsen, lebt auch heute noch mit ihrer Familie in der Kreisstadt. Lediglich zum Titel-Sammeln macht sie sich auf den Weg in „fremde Gefilde“, da es weder in Helmstedt, noch in den umliegenden Oberzentren aktuell eine Misswahl gibt.
Zur Wahl der Miss Magdeburg war sie 2015 angetreten, weil sie in Magdeburg arbeitet – sie ist Niederlassungsleiterin der iperdi GmbH.
Zwei Jahre hat Melissa Schwarz noch „Zeit“, Schönheitstitel zu sammeln, denn an Wahlen der Miss Germany Corporation darf im Alter von 16 bis 29 Jahre teilgenommen werden. „Ich gehöre also schon zum alten Eisen“, lacht sie und kündigt bereits die nächste Veranstaltung an. „Am 25. August trete ich zur Wahl der Miss Berlin-Alexanderplatz an“, ist sie stolz und lädt kurzerhand alle Interessierten dazu ein, nach Berlin zu kommen und sie anzufeuern.
Wer sich nicht auf den Weg machen möchte, kann das Leben der Helmstedterin online bei Facebook („Melissa Schwarz“) oder am besten bei Instagram („Melissa.swz“) verfolgen. „Ich freue mich über neue Follower“, lädt sie ein, sich ihre Instagramseite, die öffentlich zugänglich ist, einmal anzuschauen.
Außerdem bietet sie an, darüber mit ihr Kontakt aufzunehmen, wenn es Fragen zu Misswahlen und/oder Modeljobs gibt. Gerne unterstützt sie Nachwuchsmodels und gibt ihnen Tipps, verspricht sie.
Zudem ist Melissa Schwarz auf der Suche nach einem Kooperationspartner, der ihr Ballkleider für Misswahlen zur Verfügung stellt und so gleichzeitig Werbung für sich machen möchte. Interessenten können ebenfalls über die sozialen Netzwerke mit ihr Kontakt aufnehmen.