Chinesische Firma zahlt Rekordsumme für EEW

Helmstedt. Für 1,4 Milliarden Euro hat die chinesische Firma Bejing Enterprises den Abfallkonzern EEW Energy from Waste GmbH gekauft, der in Helmstedt aus den einstigen Braunschweigischen Kohlen-Bergwerken (BKB) hervorgegangen ist und in der Kreisstadt seinen Sitz hat.

„Aktueller“ Inhaber der EEW war die EQT Infrastructure II aus Schweden. In einer Pressemitteilung der EQT heißt es: „EQT Infrastructure II hat sich mit Beijing Enterprises Holdings (Beijing Enterprises) über den Verkauf von EEW Energy from Waste (EEW) geeinigt. Die Vereinbarung steht lediglich unter dem Vorbehalt der Zustimmung gemäß den Vorgaben der deutschen Außenwirtschaftsverordnung (AWV). Die Transaktion soll voraussichtlich Ende Februar 2016 abgeschlossen sein. Der Anteilskaufpreis beläuft sich auf 1.438 Millionen Euro. Die Transaktion ist die bislang größte Direktinvestition aus China in ein deutsches Unternehmen.“
EQT weist weiter darauf hin, EEW bei mehreren Wachstumsprojekten sowie bei gezielten strategischen Übernahmen unterstützt zu haben. Die Struktur und Besetzung des Managements seien entscheidend gestärkt und die Entwicklung von EEW in ein hocheffizientes Unternehmen vorangetrieben worden. Der Helmstedter Abfallkonzern biete nun langfristige, umweltfreundliche Lösungen für die Abfallverwertung an und sei auf Energierückgewinnung aus Abfall spezialisiert.
Sehr ähnlich ließt sich die Transaktions-Erklärung zur Übernahme der vollständigen Anteile von EQT an EEW durch Beiing Enterprises: Die EEW ist eines der führenden “Energy from Waste”-Unternehmen in Europa. Mit Firmenzentrale in Deutschland ist das Unternehmen auf die Kernkompetenzen Elektrizität, Dampf und Hitze aus Abfall ausgerichtet. Zum Zeitpunkt der Ankündigung gehören zur EEW 18 “Energy from Waste”-Anlagen in Deutschland und den Nachbarländern, die zu den am besten entwickelsten und stabilsten Abfallmanagement-Märkten Europas gehören. EEW hält etwa 17 Prozent des Deutschen Marktanteils und ist die einzige unabhängige “Energy-from-Waste”-Firma in Deutschland.
Die Übernahme stellt eine Gelegenheit für den Konzern dar, sein “Energy from Waste”-Geschäft zu erweitern und erlaubt dem Konzern seine Industrie-Position zu verbessern, indem fortschrittliche Management-Expertise und damit verbundene “Energy from Waste”-Technologien dem Markt der Volksrepublik China zugänglich gemacht werden. Dies könnte nachhaltig auch den operativen Standard der Industrie in China stärken.

Matthias Fackler, Partner bei EQT Partners und Investment Advisor für EQT Infrastructure II, sagte: „Über die vergangenen drei Jahre haben wir unser Branchenwissen genutzt, um das Kerngeschäft und Geschäftsprozesse von EEW zu stärken sowie eine nachhaltige Wertschöpfungsstrategie zu implementieren. Unter der Leitung des neuen Managements, ergänzt durch einen komplementären Beirat, hat EEW mit dieser Strategie die eigene Kundenbasis ausgeweitet und sich effizienter aufgestellt. EEW ist für die Zukunft sehr gut vorbereitet und wir sind überzeugt, dass Beijing Enterprises der richtige Partner ist, um das Wachstum im Heimatmarkt sowie international weiter auszubauen.“

EQT Infrastructure II hatte im März 2013 einen 51-prozentigen Anteil an EEW übernommen und entwickelte das Unternehmen in Partnerschaft mit E.ON weiter. Im April 2015, nachdem E.ON Restrukturierungsmaßnahmen angekündigt hatte, erwarb EQT die restlichen 49 Prozent.
Bernard Kemper, CEO von EEW, fügte hinzu: „Das Engagement und die Expertise von EQT waren wesentliche Faktoren für die Optimierung der Geschäftsprozesse der EEW und haben damit die solide Basis für weiteres Wachstum der Unternehmensgruppe gelegt. Wir freuen uns, dass wir diesen erfolgreichen Kurs jetzt mit Beijing Enterprises gemeinsam weitergehen können.“

Für Beijing Enterprises als Holding Gruppe stehen dabei natürlich finanzielle Aspekte ganz vorn an: die Nettogewinnsteigerung nach Steuern von 15,1 auf nahezu 66 Millionen Euro wird in der Überlegung zur Übernahme keine unwesentliche Rolle gespielt  haben.

von Katja Weber-Diedrich und Nico Jäkel

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