Ein Wiedersehen in Watenstedt

von Katja Weber-Diedrich

Watenstedt. “In Watenstedt ist’s herrlich, in Watenstedt ist’s schön, hier wollen wir uns wiederseh’n!” Mit diesen Worten hatten Bärbel Harmel, Klaus Bode ind Winfried Reinhardt “Ureinwohner” der Jahrgänge 1945 bis 1960 des Dorfes am Heeseberg eingeladen, um einen bunten Tag in der alten Heimat zu verbringen. Und zahlreich waren die (früheren) Watenstedter der Einladung gefolgt. Am Vormittag kamen 77 Ureinwohner der genannten Jahrgänge in der Gaststätte Borrmann zusammen, was natürlich zunächst ein lautes Hallo gab.

„Heimat ist die Gewissheit, jede Straße, jeden Schleichweg zu kennen. Heimat ist, wo wir frühe, intensive Prägungen erfahren durften, Heimat ist hier in Watenstedt.“ Mit diesen Worten eröffnete Klaus Bode dieses erste Ureinwohnertreffen. Am Nachmittag kamen 28 “aktuelle” Senioren des Ortes hinzu, sodass insgesamt 105 Watenstedter den ereignisreichen Tag zusammen verbrachten. Die Idee zum Treffen (früherer) Watenstedter der Geburtsjahrgänge 1945 bis 1960 sowie heutiger Senioren des Dorfes kam Reinhardt nach der Goldenen Konfirmation. Es war ihm ein Bedürfnis, sich mit mehreren Jahrgängen wiederzusehen, von denen die meisten in Deutschland und sogar der ganzen Welt verstreut wohnen.

Klaus Bode hatte die Geschichte des Ortes zusammengetragen und ließ die Teilnehmer so in Erinnerung „an alte Zeiten“ schwelgen.Er trug vor, dass der Raum um Watenstedt ein uraltes menschliches Kultur- und Siedlungsgebiet ist. Funde von vor- und frühgeschichtlichen Gräbern, von Gefäßscherben und alten Geräten geben heute davon Kenntnis und deuten auf eine alte Siedlung hin. “Ein heute noch sichtbarer Zeuge der historischen Vergangenheit ist die Hünenburg, die sich im Osten über dem Dorf erhebt”, führte Bode aus. Scherbenfunde weisen dabei auf die Entstehung der Burg bereits in der Bronzezeit hin.

Die erste Urkunde, on der Warenstedt Erwähnung findet, stammt allerdings “erst” aus dem Jahr 1051. Damals hieß das Dorf Wethnenstede, später Watenstide und Watenstede mit dem Zusatz bi dem broke.

Bode erzählte weiter: “Die aus dem Rogenbruchstein des Heesebergs gebaute Kirche liegt oberhalb des Dorfes und beherrscht mit ihrem wuchtigen Turm den Ort, Von ihrem Fuß hat man einen weiten Blick in das Harzvorland bis zu den Harzbergen in Teilen unseres Vaterlandes, zu denen uns eine willkürlich gezogene Zonengrenze bis 1989 den Zutritt versperrte.”

Bode berichtete, dass Watenstedt am 11. April 1945 von amerikanischen Truppen besetzt wurde. Nach dem Ende des Krieges übernahm die britische Militärregierung die Verwaltung und Heimatvertriebene aus den Ostgebieten kamen nach Warenstedt. Wie allerorts nahm die Einwohnerzahl entsprechend zu.”Wir alle sind nach dem Krieg, also nach 1945 geboren”, machte Bode deutlich und verwies darauf, dass es für ihre Eltern nicht so einfach war, über die Runden zu kommen. Damals lebten schließlich bis zu 1.300 Personen in Watenstedt – heute sind es noch ganze 280.

Bode kam darauf auf die Kindheit der Anwesenden zu sprechen, erinnerte an das Spielen mit Stock und Reifen, mit Murmeln oder mit Karten, die Lehrer in der Schule. “In unserer Schulzeit wurde der Grundstein für unser späteres Leben gelegt”, sagte Bode. Allerdings begann für alle nach der Schule die Berufsausbildung – und damit trennten sich die Wege. Zwar blieben auch einige vor Ort, dennoch verlor man sich aus den Aufen. “Aber man kam immer gern nach Watenstedt.”

Nach dem Mittagessen gab es eine Ortsbegehung mit Erklärungen zum früheren und heutigen Watenstedt, bevor sich zur Kaffeetafel die heutigen Senioren des Dorfes dazu gesellten. Diese wurde vom Watenstedter Peter Gotterbarm gesponsert, der leider nicht selbst bei dem Treffen dabei sein konnte. Eine Tombola und eine Versteigerung gestifteter Gemälde des Watenstedter Künstlers Hilmar Gottwald setzte dem Nachmittag eine unterhaltsame Note auf, ebenso wie die Video-Schau mit alten Fotos. So konnte das erste Ureinwohnertreffen an Abend harmonisch ausklingen und es wurden mehrfach die Wünsche nach einer Wiederholung laut…

Zum Gruppenfoto versammelten sich alle Ureinwohner auf einem Bauernhof. Foto: privat

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