Neues Gewerbegebiet bei Barmke-Rennau

Barmke. Ein Logistikzentrum, eine Tankstelle, ein Hotel, ein Systemgastronom, Rastmöglichkeiten für PKW und LKW und als touristisches I-Tüpfelchen eine Kartbahn – so könnte das Gesicht des Gewerbegebietes Barmke/Rennau aussehen. Die Flächen des Landkreises Helmstedt, auf der einst eine Mülldeponie entstehen sollte, stehen laut der Helmstedter Verwaltung nun hoch im Kurs: „Wir haben hier eine Toplage, die für eine Gewerbeansiedlung sehr attraktiv ist“, teilte der Bürgermeister der Stadt Helmstedt Wittich Schobert am Dienstagabend im Ortsrat im Barmker Gemeindekrug mit.
„Der Landkreis Helmstedt plant als Vorhabenträger gemeinsam mit der Stadt Helmstedt und der Wolfsburg AG die Entwicklung eines neuen Gewerbegebietes nördlich der BAB 2 (Abfahrt 60 Barmke/Rennau). Im Rahmen der Bauleitplanung ist vorgesehen, das Planungsgebiet mit einer Kombination aus einem Logistikzentrum, der Anlage einer Tank- und Rasteinrichtung für die BAB 2, einem Hotel, einer Systemgastronomie sowie gewerblichen Anlagen zu entwickeln. Insbesondere für die Logistikwirtschaft bietet das Planungsgebiet durch die unmittelbare Nähe zur BAB 2 eine hohe Qualität“, heißt es in der Planungsvorlage.
„Neben den steuerlichen Vorteilen bietet das Gewerbegebiet zudem bis zu 360 Arbeitsplätze und eine Ergänzung zu unseren touristischen Angeboten. Im Moment befinden wir uns in der Phase, in der wir uns als Stadt darüber klar werden müssen, ob wir so ein Gewerbegebiet haben möchten. Die bisherige Planung hat uns keine Kosten verursacht. Alles, was aber nun kommt kostet Geld“, informierte Schobert die Ortsratsmitglieder und die zahlreich anwesenden Bürger. Zudem stelle sich die Frage, ob der Landkreis als Eigentümer selbst investieren oder die Flächen an die Stadt Helmstedt verkaufen will.
Ob ein weiteres Gewerbegebiet vor dem Hintergrund der bereits ausgewiesenen Flächen in Ochsendorf und in der Neuen Breite in Emmerstedt notwendig sei, polarisierte sowohl bei den Ortsratsmitgliedern als auch bei den anwesenden Bürgern: erhöhtes Verkehrsaufkommen, Müll, erhebliche Lärmbelästigung, der Eingriff in die Natur, das Versiegeln landwirtschaftlich Ackerflächen, belästigende Störfaktoren wie Verkehrsstau und zugeparkte Dorfstraßen und nicht zuletzt die Frage nach dem reelen Nutzen für die Anwohner in der Region wurde diskutiert.
Bei der späteren Beschlussfassung (5:1) wurde eine weitere Planung für ein Gewerbegebiet seitens des Ortsrates auf den Weg gebracht.

Im weiteren Verlauf befassten sich die Ratsgremien (Wirtschaftsausschuss sowie Bau- und Umweltausschuss) ebenfalls mit dem Thema. Fazit der Diskussion war immer dasselbe: Die wirtschaftlichen Vorteile für die Stadt überwiegen die Nachteile für Natur und Menschen. Deshalb stimmten beide Gremien für die Fortsetzung der Planungen.

Bei einer Bürgerversammlung im Barmker Sport- und Schützenheim, die der Barmker Ortsrat initiiert hatte, trafen dann Befürworter und Gegner “aufeinander” und tauschten ausgiebig ihre Argumente aus. Nach der Ortsratssitzung hatte sich in Barmke eine Bürgerinitiative gegründet, deren Sprecher Timo Dörschlag, Thomas Stein und Andreas Weihs ihre Bedenken schilderten, nachdem Thomas Ahlswede-Brech von der WOB AG das Projekt und dessen Vorteile vorgestellt hatte.

Die Stadt Helmstedt möchte in dieser Sache eine transparente Diskussion mit den Bürgern führen – so wie es in der Vergangenheit bei der Ansiedlung einer Biogasanlage praktiziert wurde. Fragen zu dem Projekt können daher an die Stadt Helmstedt gesendet werden, die die Antworten öffentlich auf ihrer Internetseite www.stadt-helmstedt.de beantworten will.

Die Planungsunterlagen für das Projekt sind öffentlich unter www.zgb.de einzusehen.
Im Helmstedter Stadtrat wird das Thema am Donnerstag, 3. März, um 17 Uhr erneut besprochen und eine Fortsetzung der Planung beschlossen.

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3 Kommentare zu “Neues Gewerbegebiet bei Barmke-Rennau

  1. Sehr geehrte Damen und Herren des Helmstedter Sonntag,

    in Ihrem Artikel zum geplanten Gewerbegebiet wird von Ihnen der Eindruck erweckt, dass dort 360 neue Arbeitsplätze entstehen werden. Diese Darstellung ist falsch. Sachlich richtig muss es heißen “entstehen könnten”. Die Argumentation der Befürworter wurde in Ihrem
    Artikel vollumfassend dargestellt, die der BI bedauerlicherweise nur bruchstückhaft. Es gibt
    noch mehr Gründe die gegen dieses Gewerbegebiet sprechen und seitens der BI während der Bürgeinformation eingehend beleuchtet wurden. Unabhängig, nicht parteigebunden. Darüber kann man nun geteilter Meinung sein.

  2. Sehr geehrtes Team des Helmstedter Sonntag

    Na super ich bin begeistert. Endlich ein Gewerbepark in meiner Nähe, das hab ich mir schon lange gewünscht. Mit einem Logistikzentrum, prima da freuen sich bestimmt alle über noch mehr Schwerverkehr, auch die letzten Tiere die es in der Jagdsaison eh schon nicht leicht haben. eine Tankstelle und eine Fast food Bude. Dann muß ja keiner mehr verhungern hier auf dem Land wo das Essen so knapp ist und die Einkaufsmöglichkeiten sehr begrenzt sind. Und als touristische Atraktion eine Cartbahn,  da werden auch die letzten ruhesuchenden Dorfbewohner sich freiwillig zwangsumsiedeln weil sie den Lärm einfach nicht ertragen können. Aber etwas gutes hat das ganze. Da sich die Region durch die Cartbahn zu einem Touristischem Naherhohlungsgebiet entwickeln wird werde ich schon einmal anfangen Ansichtskarten von Rennau und Barmke drucken zu lassen damit die
    Besucher noch etwas zur Erinnerung haben.
    Vielleicht ist ja für mich noch ein kleine Fläche frei, dann würde ich gern ein Souvenirshop eröffnen.
    Mal ehrlich, so ein sch….. brauch kein Mensch. Nur weil Helmstedt pleite ist und sich an den letzten Strohalm klammert muß doch nicht immer noch mehr Natur dem Schwachsinn zum Opfer fallen und Menschen unglücklich gemacht werden die sich einfach der Ruhe wegen aufs Land zurückgezogen haben
     
    Ich freue mich

  3. Dörfler sind grundsätzlich immer gegen etwas Neues .(wir bleiben lieber uns);selbst wenn es dringend nötig wäre neues Leben ins oder ums Dorf herum zu bekommen.

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