Wahlniederlage für die „GroKo“ oder zweite Chance?

von Katja Weber-Diedrich
Auf Bundesebene war der Wahlsonntag eine Niederlage für die „GroKo“, die Große Koalition aus CDU und SPD, die das Land vier Jahre lang regiert hatte. Sowohl Union (CDU/CSU) als auch SPD mussten herbe Verluste hinnehmen. Bei der SPD sogar so große, dass Kanzlerkandidat Martin Schulz ein Mitmischen der Sozialdemokraten in der Regierung gleich am Wahlsonntag konsequent ausschloss.
Allerdings ist jetzt noch alles offen und beinahe „alles möglich“. Die Politikspitzen müssen nun Gespräche führen und sondieren, ob es eine „Jamaika“-Regierung, eine Große Koalition oder etwas ganz anderes geben wird in der Bundesrepublik für die nächsten vier Jahre.

Laut vorläufigem Ergebnis bleibt die CDU die stärkste Kraft, erreichte 33 Prozent der Wählerstimmen. Die SPD kam auf 20,8 Prozent und die neue drittstärkste Fraktion wurde die AfD mit 12,6 Prozent. Die FDP schaffte es nach vier Jahren Pause und deutlichen 10,7 Prozent wieder in den Bundestag einzuziehen, die Linke kam auf 9,2 Prozent, die Grünen auf 8,9 Prozent.
In Sitzen bedeutet dies 246 Sitze für die CDU, 153 für die SPD, 94 für die AfD, 80 für die FDP, 69 für die Linke und 67 für die Grünen.

Aus dem Wahlkreis Helmstedt-Wolfsburg schaffte Falko Mohrs (SPD) den Einzug in den Bundestag dadurch, dass er den Wahlkreis direkt gewann. Dabei hatte Günter Lach (CDU) das Nachsehen. Er wurde nach zwei Perioden nicht erneut in den Bundestag gewählt. Pia-Beate Zimmermann (die Linke) allerdings schaffte dies zum zweiten Mal in Folge, da sie die Landesliste der Linken anführte.

Betrachtet man den gesamten Wahlkreis 51 (Helmstedt-Wolfsburg), so lag die SPD bei den Erststimmen vorn, aber die CDU bei den Zweitstimmen. Falko Mohrs wählten 38,02 Prozent, Günter Lach 34,91 Prozent. Auf FDP-Kandidatin Kristin Krumm entfielen 5,74 Prozent der Stimmen, auf AfD-Kandidat Thomas Schlick 10,20 Prozent. Volker Möll (Grüne) kam auf 4,49 Prozent und Pia-Beate Zimmermann auf 5,98 Prozent. 0,11 Prozent stimmten für Gerhard Pfisterer (MLPD) und 0,55 Prozent für Einzelbewerber Günter Hönig.

Bei den Zweitstimmen gewann im Wahlkreis 51 die CDU. Auf sie entfielen 34,58 Prozent der Stimmen. Die SPD kam auf 29,95 Prozent, die AfD auf 10,93 Prozent, die FDP auf 8,08 Prozent, die Linke auf 6,65 Prozent und die Grünen auf 5,93 Prozent. Die restlichen Stimmen teilen sich auf auf die Tierschutzpartei (0,93 Prozent), die Partei (0,90), die NPD (0,46), die Piraten (0,44), die Freien Wähler (0,33), DM (0,20), ÖDP (0,15), V-Partei³ (0,14), BGE und DiB (jeweils 0,10), die MLPD (0,06) und die DKP (0,03).

Gleich nach der Bundestagswahl haben die Parteien in Niedersachsen die Ergebnisse genauesten analysiert, um Signale für die Landtagswahl daraus abzuleiten. So könnte es für die SPD eng werden, erneut die Regierung zu stellen, da auch in Niedersachsen die CDU vorn lag. Gleichzeitig wird auch auf Landesebene der Einzug der AfD ins Parlament prognostiziert.

Die Landtagswahlen in Niedersachsen finden am Sonntag, 15. Oktober, statt.
Im Wahlkreis 8 (Helmstedt) stehen bei der Erststimmer sieben Bewerber zur Auswahl: Veronika Koch aus Grasleben für die CDU, Jörn Domeier aus Rotorf/Klei für die SPD, Heike Meyerhof aus Lehre für Bündnis 90/Die Grünen, Lars Alt aus Süpplingen für die FDP, Karl-Heinz Schmidt aus Helmstedt für die Linke, Dr. Josef Rakicky aus Bahrdorf für die AfD sowie als Einzelbewerber Michael Burda aus Beierstedt.

Als Parteien stehen am 15. Oktober per Zweitstimme CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke und AfD sowie 16 weitere zur Wahl: Bündnis C – Christen für Deutschland, Bündnis der Generationen Niedersachsen (BdG), Bündnis Grundeinkommen Landesverband Niedersachsen – Die Grundeinkommenspartei (BGE), Das Haus Deutschland (DHD), Demokratie in Bewegung Niedersachsen (DiB), Deutsche Gerechtigkeits Partei (DEGP), Deutsche Mitte – Politik geht anders… (DM), Die Grauen – Für alle Generationen, Landesverband Niedersachsen, Republikaner, Freie Wähler Niedersachsen Liberal-Konservative Reformer Niedersachsen, Ökologisch-Demokratische Partei Landesverband Niedersachsen (ÖDP), Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die Partei, Partei Mensch Umwelt Tierschutz Landesverband Niedersachsen, Piratenpartei Niedersachsen sowie V-Partei³ – Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer.

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