//Eine ISEK-Maßnahme soll die Probleme beheben

Eine ISEK-Maßnahme soll die Probleme beheben

Helmstedt. Um eine „Abwärtsspirale für das ganze Wohnviertel“ aufzuhalten, soll das Wohnviertel Lübbensteine in Helmstedt stabilisiert werden. So steht es im Integrierten Stadtentwicklungskonzept.

Denn die Stadtplaner haben die Lage erkannt: „Das Wohnviertel Lübbensteine droht durch die aktuelle Praxis der Belegung in eine Schieflage zu rücken. Hier mehren sich Konflikte und Probleme unter den Nachbarn“, heißt es in dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK), das der Helmstedter Stadrat in seiner Sitzung am Donnertag, 28. März 2019, um 17 Uhr im Ratssaal in seiner endgültigen Fassung beschließen wird.

Die Ersteller des ISEK schlagen als eine Maßnahme der Weiterentwicklung Helmstedts vor, dass Gespräche mit den Eigentümern der Wohnblöcke geführt werden sollten, um eine „Vergabe von Wohnungen ausgewogener zu gestalten“. Darüber hinaus sollten unterschiedliche Angebote geprüft werden, um eine gemeinschaftliche Nachbarschaft zu fördern. „Dies kann ein Hausmeister als Ansprechpartner sein, ein Nachbarschaftstreff oder ein Sozialarbeiter, der als Berater und Organisator zum Beispiel von Nachbarschaftsfesten zur Verfügung steht“, raten die Stadtplaner.

Zwar hat diese Maßnahme im ISEK die Priorität eins, weil alle Ratsleute es als wichtig ansehen, dass in dem Wohnviertel etwas getan wird. Einige Anwohner vertreten allerdings die Auffassung, dass es dafür schon zu spät sein könnte.

Anwohner sind es leid, “im Müll” zu leben

Sie beklagen ihr „Leid“ schon seit vielen Monaten, sogar Jahren, sehen aber bisher keinen Erfolg ihrer vielfältigen Bemühungen: Die Anwohner des Dammgartens in Helmstedt sind es leid, im „Müll“ zu leben. „Hallo Nachbarn und Leidensgenossen“ lautet die Ansprache in jeder E-Mail an Behörden, Kommunen, Politiker, Hausbesitzer und die Medien, wenn Klaus Mühle unter dem Betreff „Dammgarten 7 bis 13“ Neues zu berichten hat.

In der jüngsten Mitteilung geht es nun um Ratten, die aufgrund der Vermüllung des Wohngebietes nun offenbar eine „Heimat“ gefunden zu haben scheinen. Beim Haus Nummer 16 fotografierte Mühle eine tote Ratte, weshalb er die rhetorische Frage stellt, wie lange es wohl dauern möge, bevor diese auch bei den gescholtenen Anwohnern der Hausnummern sieben bis 13 anzutreffen sind.

Seit Monaten schon macht sich Mühle immer wieder die Mühe, Müllberge vor den Nachbarhäusern – zumeist im Eigentum von Wohnungsgesellschaften – zu fotografieren und diese Dokumentationen sowohl an die entsprechenden Vermieter als auch an den Landkreis und die Stadt Helmstedt zu senden.
„Wir fordern nun zum gefühlten 50. Mal die Behörden auf, endlich zu handeln“, schreibt der frustrierte Helmstedter nun und beklagt weiterhin dass seit nunmehr drei Jahren Beschwerden nichts erreicht wurde.

Es reiche nicht aus, dass der Besitzer jemanden beauftragt, zwischendurch den Müll einfach nur wegräumen. Die Mieter/Verursacher müssten über ihr Fehlverhalten aufgeklärt werden. „Ich persönlich glaube, dass Hausordnung und Hauswochen in unserer Gesellschaft unbekannte Größen geworden sind“, vermutet Klaus Mühle deshalb.

Im ISEK finden die Beschwerden Gehör

Dass seine Klagen – und die seiner Nachbarn – bei der Stadt Helmstedt sehr wohl Gehör finden, kann durch die Aufnahme in das Stadtentwicklungskonzept belegt werden, das bis zur Fertigstellung rund anderthalb Jahre Planungen in Anspruch nahm. Aber womöglich kommen Anwohnerbeschwerden bei den Eigentümern der Mehrfamilienhäuser nicht gut an. Dementsprechend ist es für die Bewohner des „Lübbenstein-Viertels“ wichtig, dass sich die Stadtverwaltung nun aktiv bei den Eigentümern einsetzen will – und das sogar im ISEK festgeschrieben als „Arbeitsauftrag“ auf der Agenda hat.

alle Fotos: privat (Klaus Mühle)

Von |2019-03-19T15:43:48+02:0019/03/2019|Kategorien|Tags: , , , , , , , , , , , |