Hannover. Die Kindertagesbetreuung in Niedersachsen wird schrittweise erweitert. Einen „Phasenplan-Kita“ zur schrittweisen Erhöhung der Betreuungskapazitäten hat das Niedersächsische Kultusministerium  ausgearbeitet. Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat diesen am heutigen Montag, 4. Mai 2020, vorgestellt.

Dazu erklärte Tonne: „Ich möchte, dass alle Kinder die Chance erhalten, ihre Erzieher wiederzusehen und mit ihren Freunden zu spielen – wenigstens ein paar Stunden zu Beginn. Das geht mit unserem Phasenplan, der Betreuung und Gesundheitsschutz miteinander verbindet.“

Phase 1: Private Betreuungsgruppen

Ab kommenden Mittwoch, 6. Mai 2020, können private Betreuungsmöglichkeiten genutzt werden. Das bedeutet, gute Freunde, Bekannte oder Nachbarn können sich zusammentun und so organisieren, dass bis zu fünf Kinder (inkl. der eigenen Kinder) zu Hause betreut werden können. Zusätzlich zur privaten Betreuung werden die Einrichtungsträger dringend gebeten, die Notbetreuung auf acht bis zehn Prozent landesweite Betreuungsquote hochzufahren. Eine große Erleichterung für viele Eltern dürfte zudem sein, dass ab Montag, dem 11. Mai, Tagesmütter und Tagesväter ihre Betreuungsangebote wiederaufnehmen können.

Phase 2: Ausweitung der Notbetreuung

Ab dem 18. Mai 2020 soll die Notbetreuung deutlich ausgeweitet werden auf bis zu 40 Prozent landesweite Betreuungsquote. Im Schnitt können dann bis zu zehn Kinder pro Notgruppe betreut werden. Insbesondere Kinder, die besonderer Unterstützung bedürfen, sollen in dieser Phase zusätzlich aufgenommen werden. Für die Kinder, die im Sommer 2020 eingeschult werden, sollen die Kindertageseinrichtungen an mindestens ein bis zwei Nachmittagen pro Woche abseits der Notbetreuung ein vorschulisches Angebot machen.

Phase 3: Kita-Betrieb auf 50 Prozent

Ab dem 8. Juni 2020 wird dann der Kita-Betrieb weiter hochgefahren auf bis zu 50 Prozent. Zusätzlich zu den „halben Gruppen“ und den Angeboten für die Vorschulkinder sollen die Kindertageseinrichtungen am Nachmittag offene Spielgruppen anbieten können für die Kinder, die noch nicht wieder in ihre Kita können. Umfang und Dauer der Angebote hängen vom Infektionsgeschehen und den räumlichen wie personellen Ressourcen ab. Bei positiver Entwicklung können die Nachmittagsangebote Schritt für Schritt in die Notbetreuungsgruppen integriert werden. In dieser Phase ab Anfang Juni sollen sich die Träger und die Einrichtungen zudem auf den Regelbetrieb einstellen. Nach der Sommerpause im neuen Kita-Jahr soll der Regelbetrieb wieder losgehen.

Phase 4: Regelbetrieb ab 1. August 2020

Ab 1. August 2020 soll der Regelbetrieb wieder aufgenommen werden. Alle Eltern haben damit wieder einen Anspruch auf die Betreuung ihrer Kinder. Das bedeutet auch, dass die gesetzlichen und untergesetzlichen Regelungen für den Kita-Bereich wieder gelten, also die personellen und räumlichen Standards.

Kultusminister Tonne kommentierte: „Der Phasenplan-Kita eröffnet Eltern und Kindern positive Perspektiven. Ich bin froh, dass wir mit den Kommunen und Trägern in die Umsetzung gehen können. Gleichwohl müssen wir realistisch bleiben und alle Planungen immer unter regelmäßigem Abgleich des aktuellen Infektionsgeschehens vornehmen. Es wird einen Niedersächsischen Rahmenhygieneplan Kita geben und wir sind in einem konstruktiven Dialog mit Kommunen und Trägern.“

 

 

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Katja Weber-Diedrich, geboren 1976 in Helmstedt, ist seit über 25 Jahren Lokaljournalistin durch und durch. Der Legende nach tippte die ehrenamtlich Engagierte vor über 20 Jahren den ersten HELMSTEDTER SONNTAG an einer Bierzeltgarnitur. Sowohl die Tiefen der deutschen Grammatik als auch die Wirren der Helmstedter Politik sind der Chefredakteurin nicht fremd; ihr Markenzeichen sind ehrliche Kommentare und Hartnäckigkeit.