Helmstedt. Helmstedt blüht auf: die Stadt setzt auf mehr Grün und neue Wärme.

Helmstedt. Was haben die Städte Bad Saulgau und Helmstedt gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel und doch könnte man sich in ein paar Jahren auch hier fühlen wie in der oberschwäbischen „Blühstadt“, in der Staudeninseln, Wiesen und Bäume das Stadtbild prägen. Denn „was lange währt, wird endlich gut“, freute sich der Ausschussvorsitzende Wilfried Winkelmann in der jüngsten Sitzung des Helmstedter Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz, als er das neue Grünflächenkonzept ankündigte. Dies soll künftig als Leitlinie für ein klimaangepasstes, artenreiches und zugleich bezahlbares Stadtgrün auf den Weg gebracht werden. Erster Stadtrat Henning Konrad Otto stellte das Konzept vor: Schritt für Schritt bis 2035 sollen kurzgehaltener Rasen und Schotterflächen an vielen Stellen verschwinden und durch Blühwiesen, Staudenpflanzungen und zusätzliche Bäume ersetzt werden. Zunächst dort, wo ohnehin gebaut wird, später vor allem an ökologisch wichtigen Flächen sowie auf heute noch versiegelten Rest- und Schotterbereichen. 

Erste Projekte bereits umgesetzt

Erste Projekte wie entsiegelte Flächen in Offleben, neue Pflanzungen am Konrad‑Adenauer‑Platz oder entlang der Leipziger Straße in Helmstedt sind bereits ab 2026 vorgesehen und sollen nach und nach zu einem durchgängigen Biotopverbund im Stadtgebiet beitragen. Die Verwaltung betonte, dass naturnahe Begrünung nicht teurer ist als klassischer Rasen, langfris-tig sogar Pflegekosten sparen kann und dass für größere Entsiegelungsmaßnahmen Fördermittel aus dem Programm „Natürlicher Klimaschutz“ mit Zuschüssen von bis zu 90 Prozent genutzt werden sollen. Unter dem Tagesordnungspunkt zur kommunalen Wärmeplanung stand ein zweites Zukunftsthema auf der Agenda: die zentrale Wärmeversorgung für das Conringviertel als erstem Eignungsgebiet des Kommunalen Wärmeplans. Geplant ist eine innovative Nutzung des Lappwaldsees über See-thermie, ein kaltes Primärnetz, eine Heizzentrale im Quartier sowie ein warmes Sekundärnetz, ergänzt durch eine Vakuum‑Flüssigeis‑Anlage und die mögliche Einbindung weiterer erneuerbarer Wärmequellen. 

Weg zur „blühenden Stadt“

Für das Jahr 2026 sieht die Verwaltung sechs vorbereitende Maßnahmen vor: von der technischen Planung des Wärmenetzes über eine Machbarkeitsstudie an der Kläranlage am Mühlengraben bis hin zu Informationskampagnen, einer zentralen Anlaufstelle und der Sicherung geeigneter Flächen. Entschieden wurde dazu allerdings noch nichts: Die Vorlage zur Umsetzung der ersten Maßnahmen der kommunalen Wärmeplanung wurde im Umwelt- und Klimaausschuss am Dienstag zwar ausführlich diskutiert, aber vorerst nicht verabschiedet, weil noch Fragen zur Technik und zur Finanzierung offen blieben. Klar ist damit: Beim Stadtgrün soll Helmstedt nun sukzessive den Weg zur „blühenden Stadt“ einschlagen, bei der Wärmeversorgung nehmen sich Politik und Verwaltung hingegen noch etwas mehr Zeit.

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Die 1998 in Wolfsburg geborene Shirin-Sophie Porsiel, aktuelle Redakteurin des HELMSTEDTER SONNTAG, mag schnelle, laute Musik auf der einen und entspanntes Wandern in der ruhigen Natur auf der anderen Seite. Ein Widerspruch? Keinesfalls. So sorgt sie für Ausgeglichenheit in ihrer Freizeit. Sie ist offen für einen bunten Strauß an Themen, was sie für die schreibende Zunft geradezu prädestiniert.