Helmstedt. Beenden (geförderte) Elektrofahrzeuge die Berg- und Talfahrt des Marktes?
„Ein herausforderndes Autojahr ist zu Ende gegangen, doch auch die kommenden zwölf Monate werden für das Kfz-Gewerbe alles andere als ein leichter automobiler Spaziergang“, heißt es in einer Pressemitteilung der KFZ-Innung Helmstedt. Das Autojahr sei bei Neu- und Gebrauchtwagen von einer deutlichen Berg- und Talfahrt geprägt gewesen. Es habe an einer stabilen Nachfrage gefehlt. Die Nachfrage werde sich angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten auch im kommenden Jahr voraussichtlich nur verhalten entwickeln. Offen bleibe zudem, welchen Einfluss mögliche staatliche Unterstützungsmaßnahmen auf den Markt haben werden. Vor allem beim Thema Elektromobilität sei der Beratungsbedarf hoch. Noch fehlten konkrete Details zum angekündigten „Umweltbonus Nummer zwei“ – sowohl zum Starttermin als auch zur Laufzeit, erklärt Obermeister Martin Klein.
Förderung soll sich an private Käufer richten
Die Politik zeige sich jedoch optimistisch und rechne mit bis zu 600.000 geförderten Elektro-Pkw. Fest steht bislang: Die Förderung soll sich ausschließlich an private Käufer richten und Einkommensgrenzen vorsehen. Positiv entwickelt sich die Ladeinfrastruktur. Für Verbrauchende sei der Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 mit seinen verschiedenen Maßnahmen ein wichtiges Signal, um die Attraktivität der Elektromobilität weiter zu erhöhen. Alarmierend hingegen sei die Entwicklung bei der Hauptuntersuchung: 21,5 Prozent der Fahrzeuge wiesen erhebliche oder gefährliche Mängel auf – ein neuer Höchststand. Dies allein auf das gestiegene Durchschnittsalter der Pkw zurückzuführen, greife jedoch zu kurz. „Fahrzeuge müssen jederzeit sicher unterwegs sein. Hier sind wir auch als Branche gefordert, verstärkt aufzuklären“, so Obermeister Klein. Der Kundendienst bleibe die betriebswirtschaftliche Konstante im Kfz-Gewerbe. Die Werkstattauslastung lag weiterhin bei nahezu 90 Prozent.
Plus von 6,3 Prozent verzeichnet
Die Nachwuchsgewinnung bleibe daher ein zentrales Thema. Erfolgreiche Projekte zur Berufsorientierung sollen fortgeführt werden. Im Vorjahr verzeichnete Niedersachsen ein Plus von 6,3 Prozent bei den Ausbildungsverträgen. Für 2026 stellt sich die Frage nach einer möglichen Markterholung. Vollelektrische Neuwagen könnten weiterhin von Herstelleraktionen und einer möglichen neuen Förderung profitieren, während diese Effekte im Gebrauchtwagenmarkt zunächst ausbleiben dürften. Dort blieben Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor die bevorzugte Antriebsart. Zudem rücke die Einführung der neuen Euro-7-Abgasnorm näher. Im Laufe des Jahres 2026 wird sie zunächst für neu entwickelte Pkw und leichte Nutzfahrzeuge verbindlich. Ab Ende 2027 gelte die neue Abgasnorm dann auch für alle Neuzulassungen dieser Fahrzeugklassen.
