Helmstedt. Zweite Inklusionskonferenz diskutierte Schritte für nachhaltige inklusive Zukunft.
Inklusion ist bunt und sie lebt vom Engagement vieler. „Wir dürfen nicht nachlassen, müssen kreativ bleiben und weitermachen“, betonte die Inklusionsbeauftragte des Landkreises Helmstedt, Dr. Christine Trittel. Ihre Worte machten deutlich, worum es geht: Inklusion ist kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess, der stetige Ideen, Zusammenarbeit und Einsatz erfordert. Dass dieser Weg im Landkreis bereits erfolgreich beschritten wird, zeigen zahlreiche Beispiele aus der Praxis.
„Host Town“, Mixed-Kicker und noch einiges mehr
Ob das Mix-Kicker-Turnier, die Beteiligung an den Special Olympics als „Host Town“ oder der „Tag der nicht sichtbaren Behinderungen“ – all diese Initiativen verdeutlichen, wie vielfältig und lebendig Inklusion in Helmstedt umgesetzt wird. Sie schaffen Begegnungen, fördern Verständnis und tragen dazu bei, Barrieren im Alltag abzubauen. Ein sichtbares Zeichen setzte auch der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am Dienstag. Vor dem Kloster St. Ludgeri begrüßte die Trommlergruppe der Lebenshilfe Helmstedt-Wolfenbüttel „lautstark“ den Tag und machte auf die Anliegen von Menschen mit Behinderungen aufmerksam. Im Anschluss wurde die zweite Inklusionskonferenz des Landkreises eröffnet. Bereits ab 9 Uhr trafen die Gäs-te ein. Landrat Gerhard Radeck hatte im Vorfeld zur Teilnahme ermutigt und betont: „Alle sind uns herzlich willkommen. Ihre Erfahrung und Ihr Engagement sind wichtig. Bitte kommen Sie und gestalten Sie mit.“ Auch Jana Melching vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung – in Vertretung für Staatssekretärin Dr. Christine Arbogast – sowie der Erste Kreisrat Torsten Wendt richteten Grußworte an die Teilnehmenden und unterstrichen die Bedeutung gemeinsamer Anstrengungen. Im Zentrum der Konferenz standen sieben Workshops, die unterschiedliche Bereiche des gesellschaftlichen Lebens in den Blick nahmen. Diskutiert wurde unter anderem über Partizipation und politische Mitwirkung, über frühkindliche Förderung und Inklusion für die Kleinsten, über Schule, Arbeit und Sport sowie über barrierefreien Tourismus.
„Gemeinsam“ ist das große Schlagwort der Inklusion
Fachleute aus Verwaltung, Bildung, Sozialarbeit und Praxis leiteten die Workshops und brachten ihre Erfahrungen ein, während die Teilnehmenden eigene Perspektiven und Ideen lieferten. Die Inklusionskonferenz knüpft an die erste Veranstaltung dieser Art an, die gesetzlich vorgesehen ist. Damals wurde ein Maßnahmenplan mit 37 Punkten erarbeitet. Wie Dr. Trittel berichtete, konnten davon bereits 25 erfolgreich umgesetzt werden. Die nun entwickelten neuen Maßnahmen sollen als Grundlage für die Zukunft dienen und die inklusive Entwicklung im Landkreis nachhaltig stärken. Dabei wurde eines immer wieder deutlich: Inklusion gelingt nur gemeinsam. Politik, Verwaltung und Gesellschaft müssen zusammenarbeiten, um echte Teilhabe zu ermöglichen. Oder, wie es Torsten Wendt formulierte: Ziel sei es, „Brücken zu bauen – zwischen Gesetz und gelebter Praxis, zwischen Menschen mit und ohne Behinderung.“ Die Konferenz bot dafür den passenden Raum. Für Austausch, neue Impulse und konkrete Schritte in Richtung einer inklusiven Zukunft.
Die 1998 in Wolfsburg geborene Shirin-Sophie Porsiel, aktuelle Redakteurin des HELMSTEDTER SONNTAG, mag schnelle, laute Musik auf der einen und entspanntes Wandern in der ruhigen Natur auf der anderen Seite. Ein Widerspruch? Keinesfalls. So sorgt sie für Ausgeglichenheit in ihrer Freizeit. Sie ist offen für einen bunten Strauß an Themen, was sie für die schreibende Zunft geradezu prädestiniert.
