Offleben. Offleben machte mit großer Aktionswoche auf wachsende Verkehrsbelastung aufmerksam.
Für die einen ist es eine Umleitung, für die anderen der tägliche Weg zur Schule, zum Einkaufen oder nach Hause: Seit der Sperrung der B245a nördlich von Barneberg hat der Verkehr in Offleben nach Wahrnehmung der Anwohnenden deutlich zugenommen. Nun haben die Bewohnenden selbst die Initiative ergriffen – mit Plakaten, Fahrrädern, Kinderwagen und einer klaren Botschaft: Rücksicht auf diejenigen, die an der Straße leben. Die Ursache liegt einige Kilometer entfernt und auf der anderen Seite der Landesgrenze. Die B245a ist nördlich von Barneberg wegen einer maroden Doppelstrecke unterhalb der Fahrbahn gesperrt. Dabei handelt es sich um eine Verbindung zwischen zwei ehemaligen Tagebaurestlöchern. Weil die Straße abzusacken oder einzubrechen drohte, wurde sie aus Sicherheitsgründen vollständig geschlossen. Die Sperrung ist inzwischen keine kurzfristige Behinderung mehr: Nach Angaben der Verbandsgemeinde Obere Aller soll sie noch bis Juni 2027 bestehen bleiben.
Weitreichende Folgen
Die Folgen reichen bis nach Offleben. Auf der Alversdorfer und der Barneberger Straße rollt nach Wahrnehmung der Anwohnenden deutlich mehr Verkehr durch den Ort. Besonders Lastwagen werden dabei als Belastung empfunden. Offiziell liegt Offleben zwar nicht auf der ausgeschilderten Umleitungsstre-cke, doch der Verkehr sucht sich offenbar eigene Wege. Die beiden Straßen führen mitten durch das Dorf, vorbei an Wohnhäusern und Grundstücken. Kinder sind hier unterwegs, Menschen gehen zu Fuß oder fahren mit dem Fahrrad.„Wir wohnen hier“ – dieser Satz stand im Mittelpunkt der Aktionswoche „Wir für Offleben – gemeinsam für mehr Sicherheit auf der Alversdorfer Straße“. Die Initiative richtet sich nicht gegen Autofahrer oder Berufskraftfahrer. Sie soll sichtbar machen, dass hinter den Häusern entlang der Strecke Menschen leben, die sich mehr Aufmerksamkeit und Rücksicht wünschen. Den Auftakt gestalteten die Kinder der Grundschule Offleben. Sie malten Plakate zur Verkehrssicherheit und befestigten sie auf dem Schulgelände. Gemeinsam mit der Polizei beschäftigten sie sich außerdem mit dem Thema Geschwindigkeit. Die Kinder konnten beobachten, wie Messungen durchgeführt wurden. Wer sich an das Tempolimit hielt, erhielt eine Dankeskarte. Am nächsten Tag verlagerten die Bewohnerinnen und Bewohner die Aktion vor ihre Grundstücke. Fahrräder, Roller, Kinderwagen und andere Gegenstände aus dem täglichen Leben standen gut sichtbar an den Straßen. Sie erzählten ohne viele Worte, wofür die Straßen ebenfalls da sind: nicht nur für den Durchgangsverkehr, sondern auch für den Alltag der Menschen im Ort.
Ein Treffen über die Landesgrenzen hinweg
Dann wurde aus der Bürgeraktion ein Treffen über Ländergrenzen hinweg. Schauplatz war die Gedenktafel an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Anwohnende kamen dort mit Vertretenden aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ins Gespräch. Sie schilderten, wie sich die Sperrung auf ihren Alltag auswirkt, und machten deutlich, dass die Verkehrsbelastung nicht allein mit einem Hinweis auf die offizielle Umleitung erledigt ist. Zu diesem „Handschlag an der Landesgrenze“ kamen unter anderem die CDU-Bundestagsabgeordneten Alexander Jordan (Wahlkreis Helmstedt–Wolfsburg) und Anna Aeikens (Wahlkreis Börde-Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt). Denn die Straße endet zwar an einer Landesgrenze, der Verkehr jedoch nicht. Zuständigkeiten liegen bei unterschiedlichen Behörden, Kommunen und politischen Ebenen. Genau das erschwert die Suche nach schnellen Lösungen. Beim Treffen wurde deshalb auch darüber gesprochen, wie die Zusammenarbeit der zuständigen Stellen verbessert werden kann. Für die Menschen in Offleben zählt am Ende vor allem, was im Ort ankommt: weniger Lärm, mehr Sicherheit und spürbare Entlas-tung.
Die 1998 in Wolfsburg geborene Shirin-Sophie Porsiel, aktuelle Redakteurin des HELMSTEDTER SONNTAG, mag schnelle, laute Musik auf der einen und entspanntes Wandern in der ruhigen Natur auf der anderen Seite. Ein Widerspruch? Keinesfalls. So sorgt sie für Ausgeglichenheit in ihrer Freizeit. Sie ist offen für einen bunten Strauß an Themen, was sie für die schreibende Zunft geradezu prädestiniert.
