//Demonstration gegen Windräder

Demonstration gegen Windräder

Süpplingen/Braunschweig. Die Bürgerintitiative “Windpark Nord Elm ist nicht!” ruft zu einer Demonstration auf dem Platz vor dem Rathaus in Braunschweig auf, denn am Donnerstag, 14. März 2019, entscheidet der Regionalverband endgültig darüber, ob vor Süpplingen Windräder gebaut werden dürfen.


“Der Regionalverband will endgültig beschließen, dass vor Süpplingen Windkraftanlagen gebaut werden dürfen”, schreibt die Bürgerinitiative “Windpark Nord Elm ist nicht!” (Winkark NEin). Deshalb sollte die entscheidende Sitzung der Verbandsversammlung noch einmal mit unserem Protest begleitet werden, so die BI.

“Wir rufen alle Bürger auf, es den Politikern so schwer wie nur möglich zu machen, unsere Heimat zu zerstören”, heißt es. Treffen dazu ist am Donnerstag, 14. März 2019, um 17 Uhr am Rathaus in Braunschweig, Platz der Deutschen Einheit 1. “Mobilisiert Freunde, Nachbarn, Kollegen, bildet Fahrgemeinschaften, bastelt Plakate”, erhofft sich die BI Winpark NEin.

Fragestellung wäre erst nach der Entscheidung möglich

Im Zusammenhang mit dem Beschluss zur Weiterentwicklung der Windenergienutzung (Tagesordnungspunkt 6) haben Bürger Süpplingens eine Frage, die sie an die Versammlung richten möchten. “Wir haben diese Frage schriftlich fristgerecht eingereicht, erfahren nun aber, dass wir sie erst dann stellen dürfen, wenn der Tagesordnungspunkt 6 abschließend behandelt worden ist.” Das teilt Friedrich-Wilhelm Döhring aus Süpplingen außerdem mit. Das sei ein irritierendes Verfahren, denn “wenn alles entschieden ist, müssen wir nicht mehr fragen.”
Deshalb haben die Süpplinger den Mitgliedern der Verbandsversammlung vorab ihre Fragen zugesendet, damit diese “für sich selbst vor der Abstimmung prüfen können, ob sie darauf eine schlüssige Antwort haben”.

BI-Sprecher nennt Gegenargumente

BI-Sprecher Professor Dr. Joachim Weimann erklärt in diesem Schreiben:
“Im Zusammenhang mit der Planung der Vorrangflächen für den weiteren Ausbau der Windenergie ist die Fläche Süpplingen 01 die am stärksten umstrittene gewesen. Der Regionalverband musste aufgrund der Eingaben der Bürger und der Naturschutzverbände das Gebiet zweimal massiv verkleinern. Übrig geblieben sind 131 Hektar. Der Grund für die massiven Proteste ist die sehr exponierte Lage der Fläche:
1. Sie liegt in einem stark besiedelten Gebiet, das heißt gleich mehrere Orte sind massiv von den negativen Effekten von 200 Meter Anlagen betroffen.
2. Sie liegt in der ehemaligen Schutzzone des Elm und damit unmittelbar am Rand eines wertvollen Naherholungsgebietes.
3. Sie ist umgeben von Rotmilan Horsten und die Nähe zu den Süpplingburger Klärteichen führt zu einer massiven Belastung der Biodiversität.
4. Sie liegt in der kulturhistorisch besonders bedeutsamen Sichtachse zwischen der Basilika und dem Kaiserdom.
5. Sie hat wegen der kulturhistorischen Bedeutung und der Nähe zum Elm und zum Dom für die Entwicklung der Region als Wohn- und Tourismus-Standort herausragende Bedeutung.
Die (unvollständige) Liste macht deutlich, dass es sich bei Süpplingen 01 um eine ungewöhnlich belastete Fläche handelt, gegen deren Ausweisung als Vorrangfläche sehr viele, gute Argumente vorgebacht werden können. Nach der zweifachen Verkleinerung steht außer Frage, dass es möglich wäre, die verbliebenen lediglich 131 Hektar auf andere Flächen im Großraum zu verteilen, bei denen keine Belastungen der oben aufgeführten Arten auftreten. Man könnte auf die Fläche verzichten, und damit viele massive Probleme lösen, ohne das Ausbauziel des Regionalverbandes zu gefährden.”

“Warum hält der Regionalverband an der Fläche Süpplingen 01 fest?”

Die Frage, die die BI Windpark NEin deshalb gerne im Voraus hätte beantwortet haben wollen, lautet:  „Warum besteht der Regionalverband darauf, dass die Fläche Süpplingen 01 Vorrangfläche wird, obwohl bekannt ist, dass Windkraftanlagen dort eine Vielzahl von massiven Eingriffen in die Natur, die Biodiversität, die Landschaftsqualität, die regionalen Entwicklungschancen und die Lebensbedingungen der Bewohner verursachen und obwohl es Ausweichflächen in der Region gibt, bei denen Eingriffe dieser Art nicht oder in weit geringerem Maße erfolgen würden?“