Helmstedt. Die beiden großen Vereine HSV und TSVG legen eine Pause bei den Fusionsgesprächen ein, um gemeinsam offene Aufgaben abzuarbeiten.
Das Wort „gemeinsam“ fällt in diesem Pressegespräch besonders häufig und auf das Gemeinschaftliche legen die beiden Vorstandssprecher auch großen Wert. In der HSV-Geschäftsstelle auf dem Helmstedter Bötschenberg erklären Yvonne Müller vom TSVG Helmstedt und Thomas Mosenheuer vom Helmstedter SV, warum sie bei den Fusionsgesprächen die Pausetaste drü-cken, aber ausdrücklich an dem Vorhaben festhalten wollen. Eine „solide Grundlage“ sei notwendig, um zu fusionieren, erklärt Yvonne Müller und Thomas Mosenheuer ergänzt, dass einfach noch nicht alle Aufgaben abgearbeitet seien, die diese Grundlage ermöglichen würden. Selbst wenn sie (noch) keinen Druck spüren, schwebt den beiden ein Zeitplan vor: 2026 sollen die offenen Punkte erledigt und die Fusionsgespräche wieder aufgenommen sowie intensiv geführt werden. Das Ziel sei nach wie vor, „den Sport in Helmstedt wirklich weiterzubringen“, sagt der HSV-Vorstandssprecher. Ein so großer Verein könne ganz anders auftreten als beide von ihnen allein, ist er überzeugt.
Jugendfußball, Handball und Turnen zeigen wie‘s geht
Synergien zu nutzen, könne ein Zukunftsgarant für den Sport in der Stadt sein, sind sich Müller und Mosenheuer einig. Bereits im März 2024 hatten sie in einem Pressegespräch herausgestellt, was sie sich von einer Verschmelzung versprechen: Die Vereinsverwaltung würde ebenso wie die Betreuung der dann 3.500 Mitglieder effizienter, die beiden riesigen Vereinsanlagen könnten besser unterhalten werden. Ein Wettbewerb um Übungsleiter würde wegfallen und die Mitglieder hätten die Wahl aus einem nie dagewesenen Sportangebot. Von Aquajogging bis Zumba würde es nahezu nichts geben, das es nicht gibt. Die drei mitgliederstärksten Sportarten machen bereits seit Jahren vor, wie es geht: Im Jugendfußball ist es die JSG Helmstedt, im Handball die HF Helmstedt-Büddenstedt sowie im Turnen das Turnteam Helmstedt. Neben weiteren Partnervereinen sind sowohl der Helmstedter SV als auch der TSVG Helmstedt in diesen drei Zusammenschlüssen gemeinsam erfolgreich.
Nur gemeinsam, offene Punkte abarbeiten
Im Gespräch wird direkt deutlich, dass beide Vorstandssprecher ihr Ziel unbedingt erreichen möchten. „Das liegt natürlich auch daran, dass wir in den vergangenen Monaten schon sehr gut zusammengearbeitet haben“, sagt Yvonne Müller. Für Thomas Mosenheuer ist es deshalb „ganz selbstverständlich“, dass die offenen Punkte – von denen einige offenbar mit Zahlen zu tun haben – nur gemeinsam abgearbeitet werden können und sollen. Das gemeinsame Tun sei insbesondere deshalb notwendig, um zu zeigen, dass niemand dem anderen „die Schuld für irgendwas in die Schuhe schieben“ wolle, so die erste Frau des TSVG, die sich wünscht, dass die Mitglieder die Entscheidungen ihrer Vorstände nachvollziehen und mittragen können.
„Deshalb legen wir bewusst nur eine Pause ein“, sagt der HSVer.
Zum kurzen Innehalten und Verschnaufen hätten der Landes- sowie der Kreissportbund den beiden Vorständen geraten. Die Dachverbände stehen den Fusionspartnern seit Beginn der Gespräche hilfreich zur Seite, unterstreichen die Vereinssprecher, die dafür dankbar sind.
Mit neuem Elan soll die Play-Tas-te gedrückt und die Gespräche fortgesetzt werden, wenn die „Basis“ vorhanden ist, auf der ein Megaverein entstehen kann.
Katja Weber-Diedrich, geboren 1976 in Helmstedt, ist seit 30 Jahren Lokaljournalistin durch und durch. Der Legende nach tippte die ehrenamtlich Engagierte vor 25 Jahren den ersten HELMSTEDTER SONNTAG an einer Bierzeltgarnitur. Sowohl die Tiefen der deutschen Grammatik als auch die Wirren der Helmstedter Politik sind der Chefredakteurin nicht fremd; ihr Markenzeichen sind ehrliche Kommentare und Hartnäckigkeit.
