Helmstedt. Der Landkreis Helmstedt und die Stadt Königslutter wünschen sich das „grüne“ Gewerbe- und Industriegebiet am Autobahnkreuz.

Superlative wurden  im Haus der Wirtschaft in Helmstedt gebraucht. Landrat Gerhard Radeck sprach von seinem persönlichen Glückstag, Königslutters Bürgermeister Alexander Hoppe war noch fröhlicher gestimmt als ohnehin schon und der Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Helmstedt (WRH), Thomas Klein,  bezeichnete sich als überglücklich. In den Räumen der WRH war vor allem von viel Freude zu hören, von prima Voraussetzungen und tollen Zukunftsaussichten. Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium überreichte der Stadt Königslutter einen Förderbescheid in Höhe von 4,05 Millionen Euro aus den Mitteln zur Unterstützung des Strukturwandels.  Mit Landrat Radeck und Bürgermeister Hoppe freuten sich darüber Vertreter des Wirtschaftsministeriums sowie der Industrie- und Handelskammer und die ausführenden Akteure der WRH. Mit der Finanzspritze sollen die Planungen für das Gewerbe- und Industriegebiet am Autobahnkreuz A2/A39 vorangetrieben werden. Dazu gehören unter anderem ein Flächennutzungsplanverfahren, die Ausarbeitung eines Bebauungsplans, eine Umweltverträglichkeitsprüfung, Gutachten zu Lärm, Verkehr, Emmissionen und mehr, Planungen der inneren wie äußeren Verkehrsanbindung sowie Informationsveranstaltungen zur Standortentwicklung. 

Auch kritische Stimmen

„Wir wissen natürlich, dass die Bürgerinnen und Bürger in Scheppau sowie Naturschützende das Projekt kritisch sehen“, verschwieg Landrat Radeck nicht, betonte gerade vor diesem Hintergrund aber, dass insbesondere „die naturschutzrechtlichen Aspekte in den nächsten Schritten sehr genau betrachtet“ würden. Bürgermeister Hoppe nutzte die Gelegenheit für ein Danke an „ganz viele Menschen in verschiedenen Positionen“, die an dem Projekt beteiligt sind. Aktuell wird die vom Kreistag sowie dem Lutteraner Stadtrat im März 2026 genehmigte gemeinsame Umsetzungsgesellschaft gegründet. Und mit dem Förderbescheid im Rücken wird parallel die Planungsphase eingeläutet, wie die Projektbetreuerin der WRH, Cassina Mönch, in einer kleinen Präsentation herausstellte. Der wichtigste Akteur des Vormittags, der Förderbescheid-Überbringer Wunderling-Weilbier, zollte den anwesenden Beteiligten großen Respekt: „Der Strukturwandel wird hier außerordentlich gut angegangen. Es ist anerkennenswert, was in den vergangenen Jahren im Landkreis Helmstedt geleistet wurde.“ Der Staatssekretär lobte die gute Zusammenarbeit, insbesondere die der Hauptverwaltungsbeamten, die alle ins Boot geholt wurden, um die WRH zu gründen. Mit der kreiseigenen GmbH habe sich Helmstedt in die Lage versetzt, als Gebietskörperschaft nicht nur zu gestalten, sondern zusätzlich tolle neue Ideen zu entwickeln, wie der Strukturwandel gemeistert werden kann. Das Projekt A2/A39 sei eins davon.

Strukturwandel gelingt nur gemeinsam

Mit den 4,05 Millionen Euro aus dem Bundesförderprogramm „STARK – Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten“ würden „die Voraussetzungen für eines der wichtigsten Zukunftsprojekte im Helmstedter Revier“ geschaffen, so Matthias Wunderling-Weilbier. Die Entwicklung des Industrie- und Gewerbestandortes sei ein starkes Signal für den wirtschaftlichen Aufbruch nach dem Ende der Braunkohle. Der Staatssekretär schloss mit den Worten: „Die Förderung zeigt, dass Strukturwandel gelingt, wenn Kommunen, Wirtschaft und staatliche Partner gemeinsam an einer klaren Zukunftsperspektive arbeiten.“

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Katja Weber-Diedrich, geboren 1976 in Helmstedt, ist seit 30 Jahren Lokaljournalistin durch und durch. Der Legende nach tippte die ehrenamtlich Engagierte vor 25 Jahren den ersten HELMSTEDTER SONNTAG an einer Bierzeltgarnitur. Sowohl die Tiefen der deutschen Grammatik als auch die Wirren der Helmstedter Politik sind der Chefredakteurin nicht fremd; ihr Markenzeichen sind ehrliche Kommentare und Hartnäckigkeit.