Rieseberg. Die DGB-Region SüdOstNiedersachsen und die Stadt Braunschweig gedenken der Riesebergopfer.
Am 4. Juli 1933 wurden in Rieseberg neun Gewerkschafter und ein Student von den Nationalsozialisten ermordet. Aus diesem Anlass gedenken der Deutsche Gewerkschaftsbund Region SüdOstNiedersachsen gemeinsam mit der Stadt Braunschweig der Opfer. Das Gedenken beginnt am 4. Juli 2026 um 10 Uhr am Heinrich-Jasper-Denkmal (Fritz-Bauer-Platz) in Braunschweig. Um 11 Uhr findet eine Kranzniederlegung vor den Gräbern der Riesebergopfer auf dem Braunschweiger Hauptfriedhof statt. Nach einer Begrüßung der DGB-Region werden Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum, sowie ein Vertretenden des VVN-BdA Redebeiträge an den Gräbern halten. „Es ist von entscheidender Bedeutung, die Erinnerung an Verbrechen wie die Rieseberg-Morde lebendig zu halten. Das Unrecht, das den Opfern sowie all jenen widerfuhr, die während des Nationalsozialismus für ihre Überzeugungen und Rechte eintraten oder aus anderen Gründen diskriminiert, verfolgt und ermordet wurden, darf niemals in Vergessenheit geraten. Der Einsatz für Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde bleibt bis heute unverändert relevant. Gerade in einer Zeit, in der antidemokratische und diskriminierende Einstellungen in der Gesellschaft wieder zunehmen, ist besondere Wachsamkeit geboten. Wir müssen menschenverachtenden Haltungen konsequent entgegentreten und uns aktiv für Gleichheit, Respekt und gesellschaftliche Offenheit einsetzen“, findet Dr. Thorsten Kornblum klare Worte. Die Gedenkveranstaltungen finden ihren Abschluss um 12.30 Uhr in Rieseberg am Denkmal für die Opfer auf dem Gelände der ehemaligen DGB-Jugendbil-dungsstätte (Pappelhofweg 4, Königslutter/Rieseberg). Nach einer Begrüßung wird Bürgermeister Alexander Hoppe Grußworte der Stadt Königslutter überbringen, gefolgt von Jonas Potthast, der als Jugendvertreter den Blickwinkel junger Arbeitnehmer*innen auf das Gedenken und Erinnern einbringen wird. Im Anschluss hält Florian Hirsch die Gedenkrede. Neben seiner Tätigkeit als Vertrauenskörperleitung bei Volkswagen Wolfsburg ist Florian Hirsch Bildungs-referent für Gedenkarbeit und Erinnerungskultur.
Demokratische Grundordnung schützen
Denise Steinert, Gewerkschaftssekretärin der DGB-Region SüdOstNiedersachen: „Die Rieseberg-Morde mahnen uns sehr deutlich, wohin ein faschistisches und antidemokratisches Weltbild führen kann, und verdeutlichen mit welcher Willkür, Unmenschlichkeit und Grausamkeit ein solch autoritäres System arbeitet. Als Stimme für Demokratie, Solidarität und Menschenreche schützen wir die demokratische Ordnung und das Grundgesetzt und stellen uns Angriffen der extremen Rechten – in all ihren Ausformungen – in den Weg.“ Steinert betont „NIE WIEDER ist für uns eine feste Überzeugung, ein Handlungsauftrag und eine Verpflichtung. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften stehen gemeinsam mit der Stadt Braunschweig für ein demokratisches, weltoffenes, antifaschistisches Deutschland und für ein soziales Europa.“
