Helmstedt. Der bisherige Schöninger Bürgermeister gewinnt mit deutlichem Vorsprung.

Die Wählenden im Landkreis Helmstedt haben bei der Stichwahl zum Landrat am vergangenen Sonntag eine Entscheidung getroffen, wie sie eindeutiger kaum hätte ausfallen können. SPD-Kandidat Malte Schneider setzte sich mit 61,8 Prozent der Stimmen klar gegen seinen Kontrahenten Torsten Wendt von der CDU durch, für den sich „im zweiten Anlauf“ 38,2 Prozent der Wählenden entschieden. Der 43-jährige Jurist Schneider tritt damit die Nachfolge von Landrat Gerhard Radeck (CDU) an, der aufgrund des Erreichens der Altersgrenze für hauptamtliche Kommunalbeamte in Niedersachsen nicht erneut kandidierten konnte.Mit Malte Schneider, dem bisherigen Schöninger Bürgermeister steht ab November ein im Landkreis bekanntes (und zumeist markant bemütztes) Gesicht an der Spitze der Kreisverwaltung. Schneider gilt, das ergab eine spontane Umfrage in der Helmstedter Fußgängerzone am Dienstag, als bürgernaher  Pragmatiker: Gute Entscheidungen, das betonte der Volljurist im Wahlkampf selbst, entstünden oft nicht am Schreibtisch, sondern im direkten Dialog mit den Menschen. Zu seinen Kernzielen für die kommenden acht Jahre Amtszeit gehören die aktive Gestaltung des industriellen Wandels in der Region, Investitionen in Schulen und die digitale Infrastruktur sowie die Stärkung der lokalen Wirtschaft. 

Große Freude am Wahlabend

Über das mögliche Ergebnis der Stichwahl, erzählt Schneider dem HELMSTEDTER SONNTAG am Telefon, habe er sich im Vorfeld gar nicht so sehr viele Gedanken gemacht, er finde es schwierig, sich selbst in den Mittelpunkt eigener Überlegungen zu stellen. Um so größer sei die Freude am Wahlabend gewesen. Der zukünftige Landrat dankte allen Wählenden, denen des ersten wie des zweiten Wahlgangs, für ihr Vertrauen. Im Ergebnis zeigt die Stichwahl eine erhebliche Verschiebung im Vergleich zum ersten Wahlgang am 13. September 2026, als Schneider mit 37,7 Prozent der Stimmen zwar bereits in Führung lag, CDU-Kandidat Wendt jedoch mit 25,3 Prozent der Stimmen nur etwa zwölf Prozent dahinter. Torsten Wendt, der als Erster Kreisrat über einen gewissen Heimvorteil in der Verwaltung des Landkreises verfügt, gelang es offenbar im zweiten Anlauf nicht, das konservative Lager und das Stimmenpotenzial des scheidenden CDU-Landrats Radeck vollständig hinter sich zu bringen. Schneider hingegen schaffte es, über die eigenen Parteigrenzen hinaus Wählende und zuvor Nichtwählende zu mobilisieren und sein Ergebnis fast zu verdoppeln. Die Wahlbeteiligung sank, stichwahltypisch, von zuvor 66 auf nun nur noch 41 Prozent. Mit einem deutlichen Vorsprung von über 23 Prozentpunkten startet Malte Schneider, der „Mann mit der Mütze“, mit einem soliden demokratischen Rückhalt bei den Wählenden im Landkreis Helmstedt und einem klaren Gestaltungsauftrag in seine achtjährige Amtszeit. Und was steht als erstes an, Herr Schneider? Da muss der zukünftige Landrat nicht lange überlegen: „Gespräche“. Er möchte als erstes die einzelnen Kreishäuser besuchen und die Menschen, die dort arbeiten, kennenlernen. 

Kathrin Peter-Sohr
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Als Freie Redakteurin bereichert Kathrin Peter-Sohr das Team des HELMSTEDTER SONNTAG nicht nur schreibend, sondern zugleich "(be)lehrend": Als Volontärin eines früheren Helmstedter Anzeigenblattes zog sie aus in die große weite Welt. Nach über 20 Jahren als Lehrerin in Hamburg kehrte sie nun zu ihren beruflichen Wurzeln zurück nach Helmstedt. Sie erweckt sogar trockene Themen zu Leben und kennt sich mit Verwaltungsdeutsch bestens aus.