Schöningen. Wie Steven Ellershausen das Klostergut St. Lorenz in Schöningen verändern will.

Lange war die Zukunft ungewiss, doch nun ist auf dem Gelände des Klosterguts St. Lorenz in Schöningen Bewegung eingekehrt. Zwischen Tiergehegen, Wirtschaftsgebäuden und Golfplatz wird eifrig gearbeitet, organisiert und neu gedacht – trotz eines Starts unter schwierigen Bedingungen. Im Mittelpunkt steht dabei der neue Geschäftsführer Steven Ellershausen, der das Klostergut im März dieses Jahres übernommen hat und es Schritt für Schritt neu ausrichten will. Dass die Aufgabe keine einfache ist, daraus macht Ellershausen keinen Hehl. „Viel Arbeit liegt vor uns“, sagte er am Dienstag im Ausschuss für Wirtschaft und Stadtentwicklung der Stadt Schöningen. Gleichzeitig sehe er Chancen: Das Gelände bringe „großen Handlungsbedarf mit sich, aber eben auch enorme Potenziale“. Erfahrungen im Betrieb größerer Anlagen bringt Ellershausen bereits mit. So betreibt er unter anderem das Wasserschloss Wes–terburg im Landkreis Harz, eine historische Anlage, die touristisch genutzt wird. 

Als Überraschung ein Alpaka-Baby

Dieses Know-how will er nun auch in Schöningen einbringen. Vor allem im Tierpark sei der Zustand bei der Übernahme „erschreckend“ gewesen. Fehlende finanzielle Mittel in der Vergangenheit hätten deutliche Spuren hinterlassen. „Jeden Tag kam etwas Neues dazu“, erinnerte sich Ellershausen, unter anderem ein überraschend zur Welt gebrachtes Alpakababy. Besonders problematisch seien aber die Haltungsbedingungen gewesen. So wurden Pelikane in engen Stallungen gehalten. Ein Zustand, der inzwischen beendet wurde. Erste Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Tierhaltung seien unmittelbar nach der Übernahme eingeleitet worden. Der Tierpark sei für Ellershausen mehr als nur ein Teil des Gesamtareals. Er spach von einem Herzensprojekt, kümmere sich selbst um die Tiere, halte engen Kontakt mit dem Veterinäramt und betont edie Bedeutung der Anlage für die gesamte Region. Das Angebot richte sich nicht nur an Besuchende aus Schöningen, sondern auch aus Helmstedt und darüber hinaus. Um die Entwicklung langfristig zu stärken, wurde inzwischen ein Förderverein für den Tierpark gegründet. Gleichzeitig soll das gesamte Gelände strukturell und inhaltlich weiterentwickelt werden. Der bislang weitgehend unkontrollierte Besucherstrom soll künftig gezielter gesteuert werden. 

Defizite aufarbeiten, Klostergut neu aufstellen

Fragen nach möglichen Eintrittsregelungen stünden im Raum, konkrete Entscheidungen seien jedoch noch offen. Ein wichtiger Baustein für die Zukunft sei zudem der Golfplatz, der von neun auf 18 Löcher erweitert werden soll. Ziel sei es, die Attraktivität für Golfsportler zu steigern und neue Besuchergruppen anzusprechen. Darüber hinaus verfolgt Ellershausen eine klare touristische Vision: Das Klostergut soll sich zu einem vielseitigen Ausflugsziel entwickeln. Denkbar seien unter anderem die Jugendherberge auf dem Gelände in Betreib zu nehmen sowie weitere Hofläden, ergänzend zur bereits etablierten Klosterbäckerei. Trotz der schwierigen Ausgangslage zeigte sich Ellershausen zuversichtlich. Die Kombination aus historischer Anlage, Tierpark und Freizeitangeboten biete großes Potenzial. Nun gehe es darum, die bestehenden Defizite konsequent aufzuarbeiten und das Klostergut Schritt für Schritt neu aufzustellen.

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Die 1998 in Wolfsburg geborene Shirin-Sophie Porsiel, aktuelle Redakteurin des HELMSTEDTER SONNTAG, mag schnelle, laute Musik auf der einen und entspanntes Wandern in der ruhigen Natur auf der anderen Seite. Ein Widerspruch? Keinesfalls. So sorgt sie für Ausgeglichenheit in ihrer Freizeit. Sie ist offen für einen bunten Strauß an Themen, was sie für die schreibende Zunft geradezu prädestiniert.