Helmstedt. Wenn der Himmel über Helmstedt brummt, knattert und Geschichten erzählt,n ist es kein gewöhnlicher Sommertag.
Über dem Flugplatz am Pastorenweg in Helmstedt wird es nicht nur laut, sondern auch geschichtsträchtig: Wenn historische Propellerflugzeuge ihre Bahnen ziehen und der charakteristische Klang vergangener Jahrzehnte durch die Luft hallt, verwandelt sich der Himmel in eine lebendige Zeitreise. Anlass dafür ist ein besonderes Jubiläum: Der Luftsportverein (LSV) Helmstedt blickt auf 100 Jahre Vereinsgeschichte zurück und lädt zu einem Flugtag ein. Die Wurzeln des Vereins reichen bis ins Jahr 1926 zurück, als in Helmstedt die „Gesellschaft zur Förderung der Luftfahrt“ gegründet wurde – angestoßen durch einen Flugtag am Harbker Weg. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde ein Flugzeug auf den Namen „Helmstedt“ getauft. Ein symbolträchtiger Moment für die Anfänge der Luftfahrt in der Region. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich aus ersten Segelflugaktivitäten und viel ehrenamtlichem Engagement ein lebendiger Verein, der trotz Einschnitten durch Krieg und einen verheerenden Hallenbrand im Jahr 1994 immer wieder neu aufgebaut wurde. Am Sonnabend, 18. Juli 2026, öffnet der Verein von 11 bis 17 Uhr seine Tore. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Das Publikum erwartet ein vielseitiges Programm, das die Entwicklung der Luftfahrt eindrucksvoll nachzeichnet und gleichzeitig einen Blick auf die moderne Fliegerei ermöglicht.
Höhepunkte in luftigen Höhen
Zu den Höhepunkten zählen Rundflüge mit außergewöhnlichen Maschinen: So hebt unter anderem die Boeing Stearman ab, ein Schulflugzeug der US-Armee aus den 1930er- und 1940er-Jahren. Ebenso beeindruckend ist die Antonow AN-2, der größte einmotorige Doppeldecker der Welt. Ergänzt wird das Angebot durch eine Dornier Do 27 sowie moderne Ultraleichtflugzeuge. Auch in der Luft wird den Gästen einiges geboten: Spektakuläre Kunstflugvorführungen sorgen für Spannung. Das Yak-Team „Radial55Thunder“ zeigt mit der Yak-55M eindrucksvoll seine Manöver, während der Fokker Dreidecker Dr. I als historische Ikone der frühen Luftfahrt besondere Akzente setzt. Darüber hinaus geben Segelflugvorführungen Einblicke in den lautlosen Flugsport. Ergänzt wird das Programm durch Modellflugvorführungen des LSV Helmstedt und des MFC Königslutter, die die Vielfalt dieses traditionsreichen Hobbys zeigen. Auch am Boden gibt es viel zu entdecken. Ein Infostand verrät mehr über die Vereinsarbeit, Angebote und Einstiegsmöglichkeiten. Der LSV Helmstedt zählt aktuell rund 35 aktive Mitglieder und verfügt über ein Ultraleichtflugzeug sowie vier Segelflugzeuge. Ganzjährig werden Rundflüge mit dem Ultraleichtflugzeug angeboten. Beim Format „Pilot für einen Tag“ können Interessierte nach einer Einweisung selbst das Steuer übernehmen. Beliebte Ziele sind unter anderem der Brocken, Ballenstedt mit Blick auf Quedlinburg sowie individuell abgestimmte Touren in der Region. Segelflugrundflüge sind zwischen April und Oktober möglich. Für das leibliche Wohl ist gesorgt: Neben Kaffee und Kuchen werden Bratwurst, Pommes und kalte Getränke angeboten. Eine Tombola mit Gewinnen rund ums Fliegen ergänzt das Programm. Da mit einem erhöhten Besucheraufkommen gerechnet wird, stehen Parkmöglichkeiten im Industriegebiet Emmerstedt sowie in Helmstedt zur Verfügung, unter anderem am ehemaligen „Opti-MegaStore“. Gäste aus der Stadt werden gebeten, möglichst zu Fuß oder mit dem Fahrrad anzureisen. Der Pastorenweg wird für den Verkehr gesperrt und ist als Rettungsweg freizuhalten. Weitere Informationen sind online unter www.segelfliegen-helmstedt.de zu finden.
Die 1998 in Wolfsburg geborene Shirin-Sophie Porsiel, aktuelle Redakteurin des HELMSTEDTER SONNTAG, mag schnelle, laute Musik auf der einen und entspanntes Wandern in der ruhigen Natur auf der anderen Seite. Ein Widerspruch? Keinesfalls. So sorgt sie für Ausgeglichenheit in ihrer Freizeit. Sie ist offen für einen bunten Strauß an Themen, was sie für die schreibende Zunft geradezu prädestiniert.
