Schöningen. Was haben über 300.000 Jahre alte archäologische Funde mit Klimaschutz und nachhaltigem Bauen zu tun? Wie lebten diese frühen Menschen? Und was wurde damals zur Erzeugung von Wärme genutzt? Diese und weitere Fragen stellen sich die Teilnehmenden der Weiterbildung ,,Am Anfang war das Feuer‹ – vom Heizen und Dämmen” des Norddeutschen Zentrums für Nachhaltiges Bauen in Zusammenarbeit mit dem Forschungsmuseum Schöningen.

Der zweitägige interaktive Kurs vor Ort in Schöningen verknüpft geschickt die einzigartigen archäologischen Funde der Ausgrabungsstätte im Tagebau Schöningen mit der Geschichte des Bauens, der Wärmenutzung damals und heute und hochmodernem Wissen für klimaschonendes Bauen heute. Eine wichtige Rolle dabei spielen die praktische Erprobung von nachwachsenden Rohstoffen durch die Teilnehmenden und das Nachdenken über die eigenen Handlungsmöglichkeiten für mehr Klimaschutz am Bau. Bereits seit 2019 werden im BBNE-Projekt ,,Ziel 13 – Bauen als Klimaschutz” des Norddeutschen Zentrums für Nachhaltiges Bauen, gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und dem Europäischen Sozialfonds, konsequente Maßnahmen für mehr Klimaschutz und klimaschonendes Bauen vermittelt. Die zwei- bis dreitägigen Kurse richten sich an Berufsschüler*innen in Bauberufen. Zusätzlich unterstützt das Projekt Lehrende, Ausbilder und Multiplikatoren an Berufsschulen dabei, die Themen nachhaltiges Bauen und Sanieren sowie Klimaschutz am Bau dauerhaft im Ausbildungssystem zu verankern. Die Teilnehmenden lernen in den Kursen gewerkeübergreifende Lösungen kennen und setzen sich in Theorie und Praxis mit verschiedenen ökologischen Bau- und Sanierungstechniken auseinander. Die handlungsorientierten Kurse eröffnen den Teilnehmenden neue Perspektiven und Optionen für ihre berufliche Laufbahn.

Unterschiede zwischen Damals und Heute 

Mit der Entdeckung und der Kontrolle über das Feuer eröffneten sich den Menschen neue Möglichkeiten der Nahrungsmittelzubereitung sowie des Schutzes vor Tieren. Das Feuer bot aber auch Licht und Wärme. An diesem Punkt setzt der Kurs »›Am Anfang war das Feuer‹ – vom Heizen und Dämmen« am Forschungsmuseum Schöningen an. Er schlägt den Bogen von der frühen Nutzung des Feuers als Energie- und Wärmequelle über die Gewinnung fossiler Energieträger am ehemaligen Braunkohletagebau vor Ort, hin zu heutigen Heiz- und Dämmstandards und deren Klimaverträglichkeit. Der Kurs beginnt mit einer Erkundung des Forschungsmuseums und seiner Ausstellungsobjekte aus der archäologischen Ausgrabungsstätte vor Ort. Dort lernen die Teilnehmenden Aspekte frühzeitlichen Bauens und Dämmens kennen. Anschließend geht es für die Teilnehmer*innen auf das Außengelände, direkt am stillgelegten Braunkohletagebau. Im ,,fliegenden Klassenzimmer”” werden frühzeitliche Methoden des Feuermachens vorgestellt und ausprobiert. Heizen, Bauen und Dämmen mit ökologischen, kreislaufgerechten und möglichst lokalen Rohstoffen lautet der dritte Teil der Weiterbildung. Dabei kommen das baufachliche Knowhow und die Expertise des Norddeutschen Zentrums für Nachhaltiges Bauen zum Einsatz.

Informationen zu den Kursen

Die Veranstaltung findet im Forschungsmuseum Schöningen, Paläon 1, am Mittwoch, 6. Oktober, und am Donnerstag, 7. Oktober, jeweils von 9 bis 16 Uhr statt. Projektleiterin ist Dorothee Mix, erreichbar unter der E-Mail Adresse mix@nznb.de oder unter der Telefonnummer 04231/95163-78. Das Projekt »Bauen für Ziel 13« wird im Rahmen des ESF-Bundesprogramms »Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung befördern. Über grüne Schlüsselkompetenzen zu klima- und ressourcenschonendem Handeln im Beruf – BBNE« durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

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Natalie Reckardt, geboren 1999 in Schönebeck (Elbe), ist das Küken in der Redaktion des HELMSTEDTER SONNTAG und steckt mitten in ihrem Volontariat. Die Danndorferin ist eine leidenschaftliche Sportschützin mit einer kleinen Abneigung gegenüber (Führerschein-)Prüfungen. Sie schreibt unheimlich gerne die Fleischerseite des HELMSTEDTER SONNTAG.