Helmstedt. Die Stadt gesteht sich Fehler ein und bessert an einigen Stellen nach.

„Was ist, wenn in jeder Straße ein Fahrzeug steht? Wer von den vieren soll zuerst fahren?“ Solche und ähnliche Fragen beschäftigten die Helmstedter Bevölkerung seit der Einführung der 30er Zone am Magdeburger Tor und Harbker Weg in Helmstedt. „Das war eine der stärksten Bürgerreaktionen, die ich erlebt habe“, sagt Bürgermeister Wittich Schobert, der sich des Themas „Verkehrsführung“, das eigentlich nicht sein Zuständigkeitsbereich ist, nun persönlich angenommen hat. Schobert gesteht Fehler ein und verspricht Verbesserungen. Die wichtigste für die Bevölkerung ist sicherlich die, dass es in der Straße Magdeburger Tor zurück zu den alten Bedingungen geht. Ab Donnerstag, 7. Mai, wird die 30er Zone dort wieder aufgehoben. Damit in Verbindung steht, dass das Magdeburger Tor wieder eine „echte“ Hauptverkehrsstraße mit Vorfahrtsrecht wird, so wie es vorher war.

Harbker Weg bleibt 30er Zone

Weil sich der St. Ludgeri-Kindergarten dort befindet und die Straße gern als „Rennstrecke“ missbraucht wird, bleibt die 30er Zone auf dem Harbker Weg allerdings erhalten. Und mit ihr die neue Regelung, dass auf dem gesamten Harbker Weg rechts vor links gilt. „In einer 30er Zone ist die Rechts-vor-links-Regelung tatsächlich das einzige, das gegen Raser hilft“, weiß Schobert aus Erfahrung und begründet so zugleich weitere solcher verkehrsberuhigter Bereiche, die in den vergangenen Wochen eingeführt wurden. Nicht nur auf dem Harbker Weg, auch auf der Henke-, der Leuckart- und der Braunschweiger Straße hat die Stadt diese angeordnet. „Das war viel auf einmal“, weiß Schobert und versteht das als verbesserungswürdig. Es werde in der nächsten Zeit keine weiteren Änderungen geben, verspricht er, sodass die Bevölkerung sich erstmal an die jetzigen Bedingungen gewöhnen kann. Um sie zu verdeutlichen, würden ziemlich rasch weitere Schilder oder Warnhinweise aufgestellt. In künftigen Haushaltsplänen würden explizit Mittel dazu zur Verfügung gestellt. 

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Katja Weber-Diedrich, geboren 1976 in Helmstedt, ist seit 30 Jahren Lokaljournalistin durch und durch. Der Legende nach tippte die ehrenamtlich Engagierte vor 25 Jahren den ersten HELMSTEDTER SONNTAG an einer Bierzeltgarnitur. Sowohl die Tiefen der deutschen Grammatik als auch die Wirren der Helmstedter Politik sind der Chefredakteurin nicht fremd; ihr Markenzeichen sind ehrliche Kommentare und Hartnäckigkeit.