(ots) Jerxheim. Dreisten Telefonbetrügern gelang es am Donnerstagmittag, 22. April 2021, in der Samtgemeinde Heeseberg von einem älteren Ehepaar einen hohen fünfstelligen Betrag zu ergaunern. Eine Frau gab sich am Telefon als Schwägerin aus, die dringend Geld für den Kauf einer Wohnung benötige. Unglücklicherweise bemerkten die Senioren den Schwindel nicht und händigten das geforderte Geld an einen unbekannten Mann aus.

Am Donnerstag zur Mittagszeit klingelte das Telefon eines älteren Ehepaares und es meldete sich eine weibliche Stimme. Diese verwickelte die Seniorin schnell in ein Gespräch und erweckte den Eindruck, dass diese mit ihrer Schwägerin sprach. Die vermeintliche Verwandte erklärte, dass sie in Braunschweig eine Wohnung kaufen wolle, derzeit aber nicht an ihr Geld komme.

“Anwalt” bestätigte das “Geschäft” am Telefon

Sie übergab das Telefon dann an einen “Anwalt” der die Angaben wiederholte und zusicherte, dass der Seniorin das Geld spätestens am Montag zurücküberwiesen werde. Im weiteren Verlauf des Gespräches übergab die Rentnerin das Telefon an ihren Mann, der die Absprache zur Geldübergabe übernahm. Kurze Zeit später erschien ein unbekannter Mann, der den vereinbarten Geldbetrag abholte. In einem zweiten Telefonat meldete sich eine männliche Stimme, die sich als Bankangestellter ausgab. Dieser gab an, für die Rücküberweisung des Geldes die Bankverbindung des Ehepaares zu benötigen. Diese wurde ihm mitgeteilt.

Als die echte Schwägerin zu Besuch kam, fiel dem Ehepaar der Betrug auf

In der Folge gab es noch zwei weitere Anrufe, in denen die vermeintliche Schwägerin um Geld bat. Sie begründete dies damit, bei einer höheren Anzahlung Geld sparen zu können. Auch dieses Geld wurde durch die Senioren zugesagt und von dem gleichen Mann abgeholt. In einem letzten Anruf wurde das Ehepaar neben weiterem Geld auch um Schmuck gebeten. Dieses wurde von der Seniorin abgelehnt. Erst als die echte Schwägerin des Ehepaares einige Stunden später zu Besuch kam, bemerkte das Ehepaar, dass es um ihr Erspartes betrogen worden war.

Der unbekannte Mann war 40 bis 50 Jahre, etwa 1,80 bis 1,90 Meter groß und sprach hochdeutsch. Er war dunkel gekleidet und trug eine Jacke mit Fellkragen.

Geschickt in der Gesprächsführung

Die Täter sind in der Gesprächsführung sehr geschickt und es gelingt ihnen, sich gegenüber den Angerufenen als eine verwandte Person darzustellen. Des Weiteren halten die Anrufer für lange Zeit das Gespräch aufrecht, um ein Nachdenken oder einen Kontrollanruf bei den echten Verwandten zu verhindern.

Bankdaten nie am Telefon mitteilen

Es wird dringend darauf hingewiesen, Bankdaten nie am Telfon mitzuteilen und auf gar keinen Fall Bargeld an unbekannte Personen auszuhändigen, auch wenn diese per Telefon angekündigt worden sind.

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Katja Weber-Diedrich, geboren 1976 in Helmstedt, ist seit über 25 Jahren Lokaljournalistin durch und durch. Der Legende nach tippte die ehrenamtlich Engagierte vor über 20 Jahren den ersten HELMSTEDTER SONNTAG an einer Bierzeltgarnitur. Sowohl die Tiefen der deutschen Grammatik als auch die Wirren der Helmstedter Politik sind der Chefredakteurin nicht fremd; ihr Markenzeichen sind ehrliche Kommentare und Hartnäckigkeit.