//“Vergessene Haushaltstipps” von Nico Jäkel

“Vergessene Haushaltstipps” von Nico Jäkel

Beim Monatsthema „Vergessene Haushaltstipps“ geht es um interessante Dinge, die aus der Zeit der (Ur-)Großeltern gelernt werden können, um Umwelt und Geldbeutel zu schonen.

Dass man nicht immer aus der Vergangenheit lernen kann oder es vielmehr auf den konkreten Umstand ankommt, hatte Professor Dr. Martin Sabrow im Rahmen der Helmstedter Universitätstage in der vergangenen Woche sehr anschaulich dargestellt.

Das allerdings gilt natürlich nicht für alle Dinge. Haushaltspraktiken, die über Jahrzehnte oder länger Geldbeutel und Umwelt geschont haben und häufig aus Bequemlichkeit oder vermeintlich besseren Lösungen in Vergessenheit geraten sind, funktionieren zumeist auch heute noch.

Genau diesen „vergessenen Haushaltstipps“ widmet sich das Monatsthema des HELMSTEDTER SONNTAG.

Lebensmittel gehören nicht in den Müll

Der Oktober als klassischer Monat des Abschlusses der Erntesaison – am heutigen Sonntag, 4. Oktober, wird daher auch das Erntedankfest gefeiert – gibt besonders in diesem Jahr dazu Anlass, über das allgemeine Verhältnis zu Lebensmitteln nachzudenken. Sechs Millionen Tonnen Lebensmittel, davon rund 50 Prozent Obst und Gemüse sowie Backwaren, also all das, wofür an Erntedank „gedankt“ wird, wandert in den Müll. Weitere 25 Prozent machen laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft „Zubereitetes“ und Milchprodukte aus.

Weltweit ist Deutschland zwar „nur“ oberes Mittelfeld bei der Lebensmittelverschwendung, dennoch stimmen die Zahlen nachdenklich. Laut Bundesamt für Statistik sind es vor allem die jüngeren Generationen, die deutlich mehr entsorgen als es nötig wäre. Die Zahlen sprechen dabei für sich: Je jünger, desto verschwenderischer sind die Menschen. 

Wenngleich die „Generation Greta“ noch nicht erfasst ist, wirft die Statistik einen dunklen Schatten auf die Jahrgänge ab den 1970er Jahren.

Ausgehend davon scheint es sinnvoll, sich den Vebrauchsgewohnheiten der „älteren“ Generationen zu widmen, ihre „Haushaltstipps“ näher zu beleuchten und den besseren Umgang mit Lebensmitteln neu zu erlernen.

Nicht nur Energie, sondern auch Ressourcen sparen

Etwas, das vor allem der Bequemlichkeit anheim gefallen ist, ist der „Sparsinn“, wenn es um Energie und umweltrelevante Ressourcen geht. Ganz anschaulich wird das bei der Mehrfachsteckdose in praktisch jedem Wohnzimmer, in der nicht selten neben dem TV-Gerät auch noch ein DVD-Player und vielleicht eine Spielekonsole oder andere Geräte wie eine „Alexa“ stecken. Allen gemein ist dabei, dass die Standby-Lämpchen leuchten, inklusive der der Steckdose selbst.

Bei „Oma“ wäre das so häufig nicht passiert. 

Und das nicht nur, weil eine so große Zahl an entsprechenden Geräten gar nicht vorhanden war.

Zugegeben: In den vergangenen fünf Jahren hat sich der individuelle Stromverbrauch in Deutschland, das heißt, bei Haushalten, die darauf bewusst achten, dras-tisch gesenkt. Im Großen betrachtet allerdings steigt der Stromverbrauch in Deutschland trotz immer effizienterer Technik weiter. 

Das gilt natürlich nicht nur für das Thema „Strom“, sondern für sehr viele Ressourcen. Während das „Vorweichen“ der Wäsche in zum Beispiel Regenwasser heute die Waschmaschine übernimmt, indem sie das alte Spülwasser auf diesem Weg „recycled“, steigt der Wasserverbrauch im Bereich persönliche Körperpflege nahezu exponenziell.

Auf der anderen Seite ist die Jagd nach Rabatten groß, die Kaufanreize auch für Dinge, die vielleicht nicht notwendig sind, immer da. Im Schulfach Hauswirtschaft wurde seinerzeit zumeist den Schülerinnen nahegelegt, ein Haushaltsbuch anzulegen, um einen Überblick über eben genau jene Ausgaben zu behalten. 

Damit war es schließlich auch möglich, den eigenen Konsum und andere Verbräuche nicht nur zu dokumentieren, sondern auch zu hinterfragen.

Muss es immer gleich „neu kaufen“ sein?

Wenn heutzutage etwas kaputt geht, wandert es zumeist in den Müll. Eine Neuanschaffung ist nicht selten günstiger als eine Reparatur. Das war nicht immer so. Und das gilt auch heute nicht in jedem Fall. Allerdings ist es auch in dieser Hinsicht oft wieder die eigene Bequemlichkeit, die zum Neukauf verleitet.

Wer dabei gleich an Hightech wie TV, Handy und ähnliches denkt, ist auf der falschen Spur: Die kleinen Dinge sind es, die mit wenigen Handgriffen häufig wieder nutzbar werden. Der Trend zum Selbstnähen zum Beispiel ist ungebrochen, aber gilt das auch für das Stopfen von Socken? Oder das Nähen eines Lochs, zum Beispiel unter dem Arm bei einem T-Shirt? Eher nicht. Kleidungsstücke werden häufig aussortiert. Auch dann, wenn es einfach nur ein hartnäckiger Fleck ist, der stört. 

Ein weiterer Punkt sind viele Alltagsgegenstände wie eine stark eingebrannte Auflaufform oder ein Topf, eine rostige oder stumpfe Schere und ähnliches, die einfach wieder nutzbar zu machen wären.

Ein echter Trend, der sich gerade den letzteren „Reparaturen“ widmet, sind kurze Do-it-yourself-Videoschnippsel, die unglaubliche Zuschauerzahlen im Internet erreichen. Und dabei ist das Ganze eigentlich ein ziemlich alter  Hut. Den Backofen mit Soda reinigen? Das kannte schon die Uroma. Rost mit Zitrone oder Cola bekämpfen? Ein Trick, den Opa auch beherrschte. 

Die drei angesprochenen Bereiche werden im Detail mit vielen Beispielen im Monatsthema Oktober behandelt.

Alles klar in der heimischen Küche? Von cleverem Einkaufsverhalten, schlauer Vorratshaltung und genialer Resteverwertung

Es ist kein Geheimnis: In Deutschland werden zu viele Lebensmittel weggeworfen. Das belastet den Geldbeutel ebenso wie die Umwelt. Der Umkehrschluss lautet also, wer bewusster mit Nahrung umgeht, spart nicht nur bares Geld, sondern schont auch die Natur. Doch das ist nicht alles. Wer im Haushalt clever agiert, kann sich möglicherweise auch gesünder ernähren und darüber hinaus noch Zeit sparen.

Auf Vorrat kaufen

Die Möglichkeit, praktisch alles zu jeder Zeit einkaufen zu können, ist Segen und Fluch zugleich. Einerseits lassen sich beim Wocheneinkauf vergessene Dinge noch „eben schnell“ einmal besorgen, andererseits verleiten die langen Öffnungszeiten der Vollsortimenter nur zu gerne dazu, von Tag zu Tag einzukaufen. Dabei geht nicht nur viel Zeit verloren, sondern häufig auch der Überblick darüber, was im Vorratsschrank noch alles vorhanden ist.

Stichwort Vorratsschrank: Der klassische Keller, der vor 50 Jahren sogar in großen Mietshäusern dazu diente, Kartoffeln, Äpfel und Birnen sowie verschiedenste Lebensmittel in Einweckgläsern aufzubewahren, schreit geradezu nach einem Comeback. Der Grund dafür ist simpel. Eine moderne Küche ist schlicht nicht darauf ausgelegt, zeitgleich als Vorratskammer zu dienen. Das liegt nicht nur daran, dass das Verstauen von Dingen in vergleichsweise tiefen Schränken eher unpraktisch ist, da die im hinteren Bereich gelagerten Dosen, Gläser und Flaschen irgendwann in Vergessenheit geraten, sondern auch daran, dass die Temperatur zumeist deutlich zu hoch ist, um etwas Verderbliches über eine angemessene Zeit zu lagern.

Was also tun? Den Keller wieder zurück erobern und entsprechend nutzen. Ein einfaches Regal in einem bestenfalls ungeheizten Raum im Keller ist der optimale Standort. Dort können neben frischem Gemüse und Obst auch Konserven gelagert werden. Vielleicht ist sogar noch Platz für eine „Kartoffelkiste“. 

So ist im Nu auch genug Raum für einen ganzen Wocheneinkauf vorhanden. Denn vorausschauendes Einkaufen spart wie schon erklärt nicht nur Geld, sondern auch Zeit. 

Idealerweise am Wochenende wird – bei Familien gerne auch gemeinsam – ein „Speiseplan“ für die Woche erstellt. Die in der Sonntagszeitung beiliegenden Prospekte können wunderbar als Anregung für Schnäppchen dienen, damit am Montag güns-tig eingekauft werden kann. Durch diese Art der Planung werden zudem häufig vorkommende Mehrfachkäufe vermieden, da an nur einem Tag „überprüft“ werden muss, was noch vorrätig ist.

Mehr sparen, Reste nutzen

Damit noch besser gespart wird und vor allem weniger „in die Tonne“ wandert, kann zudem überlegt werden, für zwei Tage zu kochen. Dafür braucht es übrigens kein „Restekochbuch“, wenngleich das hilfreiche Tipps geben kann. Gibt es an einem Tag Nudeln mit Tomatensauce, könnten zum Beispiel bewusst für den darauffolgenden Tag Nudeln mehr gekocht werden als notwendig, um diese dann in einem Nudelauflauf zu verwerten. Gleiches gilt für Kartoffeln, die zu Bratkartoffeln oder Kartoffelklößen werden könnten und die Reste vom Kasselerbraten geben einem Erbsen-, Bohnen- oder Linseneintopf noch einmal einen schmackhaften Kick.

Es sind also häufig ganz naheliegende Dinge, die bei der Resteverwertung möglich werden. Das allerdings funktioniert natürlich nur, wenn frisch gekocht wird. Im Zweifel lassen sich „halbe Portionen“ aber auch einfrieren und dann auftauen, wenn einmal wirklich keine Zeit zum Kochen ist. 

Dank Mikrowelle ist das sogar ein echtes Kinderspiel.

Und sind im Vorratsraum die eingelagerten Äpfel schon zu „schrumpelig“ und unschön, um sie direkt zu verzehren, oder die Kartoffeln haben schon deutlich Keime angesetzt, sind aber ansonsten noch glatt und hart? Dann könnte Apfelmus oder -kompott gekocht werden, während die Kartoffeln, beim Schälen von den „Augen“ befreit, einer Zukunft als Kartoffelbrei oder -puffer entgegenblicken.

Wer einen Garten hat…

… der kann noch deutlich mehr aus seiner Küche nutzen als er glaubt. Sogar,wenn es „nur“ ein Balkon ist, gibt ein bisschen Knowhow einigen Lebensmitteln eine zweite Chance. Schrumpelige, bereits gekeimte Kartoffeln können nämlich problemlos zum Heranziehen einer Kartoffelpflanze genutzt werden. Ähnliches gilt für Zwiebeln: Sind sie gekeimt und das Innere wird weich und unansehnlich, lassen sie sich in einen Blumentopf oder in die Erde stecken und wachsen mit ein klein bisschen Gießen und Pflege an. Dann treibt das Grüne der Pflanze aus und kann als Lauchzwiebel verwendet werden – zum Beispiel auf dem Flammkuchen oder als Pepp für den Salat. Das klappt natürlich auch mit Lauch und Co. auf die gleiche Art und Weise. 

Sogar Salat, der im Supermarkt gekauft wurde, lässt sich – zum Beispiel im Falle von Romana-Salatherzen einfach „nochmal“ ziehen. Dazu wird der untere Teil, der ohnehin meist entsorgt wird, abgetrennt, für etwa fünf Tage in ein Glas mit Wasser gegeben (die Schnittkanten sollten nicht im Wasser sein) – danach haben sich Wurzeln gebildet und der Salat darf in die Erde.

Das funktioniert mit einer Vielzahl von Gemüsesorten. Unter dem Stichwort „regrowing“ finden sich bei Youtube hunderte Videos, die dies anschaulich erklären.

Echte Vorratshaltung

Wer, wie es „früher“ üblich war, einen „Notvorrat“ anlegen möchte, für den gibt es zahlreiche Möglichkeiten damit zu beginnen. Einfach nur Mehl und Nudeln zu horten, wie es zu Beginn der Corona-Pandemie geschah, ist dabei keine gute Idee. Ein echter Lesetipp gilt hier zum Beispiel dem Buch „Das Kochbuch für Notfall & Krise“ aus dem Bassermann-Verlag (ISBN: 978-3-8094-4164-9). Das Werk, das die Empfehlungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowie dessen Pendants aus Österreich und der Schweiz aufgreift, liefert nicht nur Rezepte für ganze Menüs aus der „Notfall-Küche“, sondern klärt auch ausführlich über Vorratshaltung und darüber, welche Lebensmittel überhaupt (und warum) dafür geeignet sind. Konzipiert ist es für eine Familie mit vier Personen.

Wer mehr wissen möchte…

der sollte das Monatsthema Oktober in den kommenden Ausgaben weiter verfolgen. Am kommenden Sonntag steht Energiesparen auf dem Plan – auch in  Bezug auf die Küche.

Energie sparen geht alle an – mit einfachen Kniffen kann der Umwelt damit Gutes getan werden

Wenn gespart werden kann, sollte ein jeder hellhörig werden. Nicht nur, weil Energie einzusparen sich auch positiv auf den Geldbeutel auswirkt, sondern damit natürlich auch ein Beitrag für die Umwelt geleistet wird.

Den Stecker ziehen

Es klingt so einfach: Stecker raus, Gerät ist aus. So richtig leicht tun viele Menschen sich damit jedoch nicht. Zu bequem ist die Standby-Funktion, die das Gerät per Druck auf die Fernbedienung sofort zum Leben erweckt. Mehr noch: Geräte wie Alexa (und selbst der Fire-TV Stick aus dem gleichen Haus), sind mit kleinen Computern bestückt, die zum Teil sogar eine Weile brauchen bis sie „hochgefahren“ sind. Den W-Lan-Router abschalten? Für viele Menschen gar keine Option.

Und doch ist es die beste Lösung, bei den beliebten Mehrfachsteckdosen einfach mal den Schalter daran zu betätigen, um sie komplett auszuschalten. Alleine ein älteres Handynetzteil, das permanent auch ohne daran angeschlossenes Telefon in der Steckdose verbleibt, kann rund zehn Euro im Jahr an Stromgebühren verursachen – etwa ein Drittel dessen, was ein Flachbildfernseher im Standby-Betrieb schluckt. Falls es darüber hinaus noch einen Receiver, zum Beispiel für die Sat-Schüssel gibt, liegt der im Verbrauch etwa mittig zwischen beiden Geräten. Das eventuell vorhandene „Soundsystem“ schluckt ebenfalls so viel.

Grob betrachtet ließen sich in einem durchschnittlichen Haushalt, in dem vier Personen leben, allein durch konsequenten Verzicht auf Standby-Betrieb rund 500 Kilowattstunden im Jahr sparen – je nach „Multimedialität“ sogar deutlich mehr.  

Etwas, über das zudem generell nachgedacht werden sollte, ist, alte Leuchtmittel gegen LED-Technik auszutauschen. Bei gleicher Leuchtkraft brauchen diese nur einen Bruchteil der Energie. Selbst Energiesparlampen schlucken erheblich mehr Strom.

Kochen mit „Sparflamme“

Der eine oder andere kennt es vielleicht noch von seinen Großeltern. Um Energie zu sparen, wurden zum Beispiel Kartoffeln nach dem Aufkochen vom Herd genommen, in Handtücher gewickelt und dann unter der Bettdecke ohne weitere Energiezufuhr zu Ende gegart. Ähnliches galt für den Milchreis und weitere Speisen. Zum Beispiel Eintopfgerichte.

Um Energie zu sparen, gab es sogar clevere Erfindungen. Die Grude zum Beispiel. In ihr wurden – nicht selten mit einem Strohfeuer – ganze Eintopfgerichte zubereitet. 

Eben jene Grude wiederum dürfte, da seinerzeit die Deckel der Töpfe nicht so präzise schlossen wie heutzutage, wiederum der Erfindungsgrund für „Auftopfgerichte“ wie den in der Helmstedter Region sowie in der Börde bekannten Klump gewesen sein – nämlich um den Eintopf vor Rauch und Asche zu schützen.

Als die Küchen moderner wurden, war Energiesparen dennoch angesagt. Nicht nur aus dem Sparbewusstsein, sondern aus der Notwendigkeit heraus. Eine Erfindung, die seit einigen Jahren schon ein Comeback feiert, ist die so genannte „Kochkis-te“. Sie bietet analog zur Bettde-cke einen kuschelwarmen Platz, an dem Gerichte zu Ende garen können. 

Heute gibt es sie auch in Form von „Kochsäcken“, die sich individuell an die Topfform anpassen und zudem besser verstauen lassen. Das Prinzip des schonenden und energiesparenden Langzeitgarens ist jedoch das gleiche.

Kann aber etwas, das lange Zeit benötigt, auch tatsächlich Zeit sparen? In der Tat. Es kommt jedoch auf das Timing an. Anstatt die Kartoffeln auf der Herdplatte im Blick behalten zu müssen, kann sich der Koch einfach anderen Dingen zuwenden. Die Kochzeit verlängert sich grob um etwa 50 Prozent. Das heißt, Kartoffeln sind nach etwa 45 Minuten in der Kochkiste gar. Die meisten Gemüse deutlich schneller. Da die Kochtemperaturen bis auf das einmalige Aufkochen niedriger sind als auf „voller Flamme“, bleiben zudem auch mehr Vitamine und Aromen erhalten. Ganz wie beim „Sous-vide-Garen“, das sich immer größerer Beliebtheit erfreut.

Der gewonnene Platz auf dem Herd kann nun dazu genutzt werden, in der „Bonuszeit“ die restlichen Speisen sorgfältig und frisch zuzubereiten. Ebenso ist die Kochkiste ein praktisches Küchengerät, wenn es darum geht, Speisen über längere Zeiträume warm zu halten.

Richtig lüften spart Geld und dient der Gesundheit

Nicht nur durch Corona ist „richtig lüften“ ein Thema, das die Menschen beschäftigt. Oder es zumindest sollte. Denn durch sachgemäßes Lüften lassen sich nicht nur Heizkosten sparen, sondern auch Schimmelbildung vorbeugen, ganz zu schweigen davon, dass die Luftqualität deutlich verbessert wird.

Regelmäßiges Lüften sorgt für frische Luft in den Innenräumen und führt Luftfeuchtigkeit, ausgedünstete Schadstoffe und störende Gerüche nach draußen ab. Je mehr Menschen sich in einem Raum aufhalten, umso mehr Kohlendioxid sammelt sich durch Ausatmen in der Luft an. Die Luft ist dann „verbraucht“. 

Stoßlüften mit komplett geöffneten Fenstern sorgt schnell für den benötigten Luftaustausch. Am besten sollten die Fenster auf der gegenüberliegenden Seite ebenfalls geöffnet werden, um für Durchzug sorgen. Dieses Querlüften ist effektiver als Lüften mit nur einem Fenster, da die Luft im Gebäude in nur kurzer Zeit vollständig ausgetauscht wird. Allerdings sollte in der Wohnung kein dauerhafter Durchzug herrschen – ansonsten drohen steifer Nacken oder gereizte Schleimhäute. 

Läuft die Heizung, sollten die Thermostate während des Lüftens gedrosselt und erst nach dem Lüften wieder aufgedreht werden. So geht weniger Heizenergie verloren.

Dauerlüften mit gekippten Fens-tern bringt nur wenig Luftaustausch. Stattdessen geht die von Heizkörpern aufsteigende Warmluft verloren, die Wohnung kühlt aus. Am Mauerwerk über dem Fenster bilden sich kalte Stellen, an denen Luftfeuchtigkeit kondensiert und somit Schimmel begünstigt.

Drei- bis viermal täglich sollte so gelüftet werden, um eine optimale Luftqualität zu erreichen. Je nach Jahreszeit sind fünf bis 30 Minuten angesagt – in den wärmeren Monaten mehr, in den kälteren weniger. 

Im Sommer ist der frühe Morgen (vor Sonnenaufgang) die beste Zeit zum Lüften, weil die Außentemperatur am niedrigsten ist. Alternativ kann auch am späten Abend oder nachts gelüftet werden (Einbruchschutz nicht vergessen). Damit heiße Luft am Tag draußen bleibt, sollten ab spätestens 11 Uhr die Fenster und Außentüren nur für kurzes Stoßlüften geöffnet werden. Dauerhaften Durchzug gilt es zu vermeiden, auch wenn er bei Hitze verlockend ist.

„Lifehacks“ aus dem Internet, die Oma schon lange kannte, bevor das WWW überhaupt geboren war

Das Monatsthema des HELMSTEDTER SONNTAG im Oktober widmet sich vergessenen Haushaltstipps. Ging es zunächst um clevere Dinge, die sich gegen Lebensmittelverschwendung unternehmen lassen oder darum, wie ganz einfach Energie gespart wird, geht es nun um echte „Tricks“. So genannte „Lifehacks“, die man früher als „Haus(halts)mittel“ oder schlauer „Kniff“ bezeichnet hätte.

Bei YouTube und ähnlichen Portalen im Internet sind Lifehacks nämlich der letzte Schrei. Auch  wenn es sich dabei oft keineswegs um etwas Neues handelt, sondern vieles davon schlicht Dinge sind, die Oma schon kannte, bevor es überhaupt das World Wide Web, also das Internet,  gab.

Allzweckwaffen im Haushalt: Natron und Soda

Es gibt einige Dinge, die in keinem Haushalt fehlen sollten. Dazu gehören ganz sicher Natron und Soda. 

Soda zum Beispiel lässt sich hervorragend als Allzweckreiniger verwenden, gepaart mit Essig löst es Urinstein und andere Ablagerungen in der Toilette oder dient als Abflussfrei. Auch verkrustete Töpfe und der fettige oder eingebrannte Backofen sind für Soda kein Problem. Der alkalische Alleskönner mindert auch den Schimmelbefall zum Beispiel in Fliesenfugen oder dient der Spülung von besonders hygienesensitiven Küchenutensilien wie Holzbrettern, Thermoskannen und ähnlichem.

Selbst ein weitestgehend chemiefreies Waschmittel lässt sich aus etwas Kernseife, Wasser und Soda hersellen. 

Ein anderer Alleskönner ist Natron, mit dem sich fast die gleichen Effekte erzielen lassen wie mit Soda. 

Ein Geheimtipp: selbstgemachtes Deo. Etwas Natronpulver in Wasser lösen, ein paar Tropfen ätherisches Öl dazu und fertig ist das garantiert aluminiumfreie Deo.

Weitere „Mittelchen“, die immer vorrätig sein sollten, sind Essig(essenz), Zitronensäure und Kernseife. Gemeinsam mit Natron und Soda lassen sich nahezu alle gängigen Reinigungsmittel damit ersetzen.

Vielseitige Zeitung

Was sich mit einer Zeitung alles anstellen lässt, außer sie zu lesen, war im Sommer schon einmal Thema. So lässt sich zum Beispiel der HELMSTEDTER SONNTAG, nachdem er ausgelesen ist, nicht nur dazu verwenden, per Grillkamin die Holzkohle zu entfachen, sondern eine angefeuchtete Zeitung eignet sich auch zur Reinigung des Grillrostes.

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ist die Nutzung als „Abziehlappen“ beim Reinigen von Glasflächen. Lediglich bei den Fensterrahmen sollte man aufgrund der Druckerschwärze darauf verzichten.

Zeitungspapier neutralisiert in geringem Maße auch Gerüche. Zum Beispiel bei „müffelnden“ Tupperdosen. Einfach über Nacht eine zerknüllte Zeitungsseite (oder zwei) hinein legen, schon ist der Geruch entfernt.

Ein Lesertipp ist zudem, Zeitungsseiten als Behältnis für den Bio-Abfall zu nutzen. Mit ein paar einfach zu merkenden Faltbewegungen lässt sich aus zwei Doppelseiten eine wunderbar stabile Mülltüte falten – die voll biologisch abbaubar ist.

Für Schuhe hat Zeitungspapier gleich zwei Anwendungsmöglichkeiten: einmal zum Ausstopfen, damit diese die Form behalten, andererseits um nasse Schuhe zu trocknen.

Zu guter Letzt ist eine angefeuchtete Zeitung auch eine prima Hilfe, um feinste Glassplitter vom Boden aufzusammeln. 

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