Diesmal geht es um die (englische) Behauptung „An apple a day keeps the doctor away“ (zu Deutsch etwa: Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern).

Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von durchschnittlich 20 Kilogramm im Jahr ist der Apfel das beliebteste Obst der Deutschen. Beim Genuss der Frucht wird dem Körper jede Menge Gutes getan. Ein Apfel ist reich an Vitaminen, es sind über 30 an der Zahl. Mit einem großen Apfel lässt sich beispielsweise knapp ein Drittel des Vitamin C-Tagesbedarfs decken.

Insgesamt stecken in der Frucht mehr als 20 Mineralstoffe und Spurenelemente sowie über 300 Biostoffe wie organische Säuren, die der Leber bei der Entgiftung des Körpers helfen.

Dabei besteht ein Apfel zu 85 Prozent aus Wasser und hat nur rund 60 Kilokalorien.

Sorgt diese Superfrucht denn aber tatsächlich für ein gesünderes Leben?

In unzähligen Berichten werden die Vorteile aufgelistet, die durch einen regelmäßigen Apfelkonsum auftreten. Ob fünf, sechs oder mehr aufgelistete Aspekte; Magazine wie „Fit for Fun“, „Elle“ oder „Focus“ sind sich einig, dass der Genuss eines Apfels am Tag nur positive Eigenschaften hat.

Angeführt werden dabei die Aspekte, dass die Früchte wegen ihrer Vitamine, Niacin und Folsäure gut für die Verdauung und damit den Darm sind, dass sie den Cholesterinspiegel sowie das Krebsrisiko senken können, dass die Bronchial- und Lungenkrankheiten vorbeugen, schlichtweg das Immunsystem stärken, das Risiko eines Herzinfarktes verringern und sogar gegen Alzheimer helfen sollen.

Auch wird durch Äpfel die Zahngesundheit verbessert, da sie durch Fruchtsäuren und Ballaststoffe einen reinigenden Effekt für die Zähne haben. Die Haut soll glatt und rein werden und obendrein begünstigt das Obst, so heißt es, das Abnehmen.

Äpfel weisen einen hohen Pektingehalt unter der Schale auf. Pektin ist ein löslicher Ballaststoff, der einen sättigenden Einfluss hat. Da Äpfel sehr ballaststoffreich sind, können sie einen positiven Effekt in einer Abnehm-phase haben. Daher sollten Äpfel übrigens niemals geschält werden, da sonst bis zu 70 Prozent der Nährstoffe verloren gehen.

Zu viel des Guten ist ungesund

Ein Apfel am Tag kann den Doktor also tatsächlich fern halten. Zugleich weisen Mediziner aber auch  darauf hin, dass ein Apfel am Tag allein nicht ausreicht, um die Gesundheit zu erhalten und dass zugleich der Verzehr von zu viel Obst ungesund sein kann.

Zudem wird zu bedenken gegeben, dass Äpfel häufig mit Pestizidrückständen belastet sein können, weshalb im Zweifelsfall zu unbehandelter Bioware gegriffen werden sollte. Auch sind Äpfel mit einer roten Schale besser als grüne Äpfel.

Die Helios Klinik Attendorn hat einen ausführlichen Beitrag über Für und Wider ins Internet gestellt, in dem der Ernährungsexperte Chefarzt Dr. Martin Vielhauer zunächst ebenfalls auf die erwähnten positiven Aspekte des täglichen Apfelgenusses hinweist. Gleichzeitig ergänzt er: „Ein Apfel allein reicht nicht aus, um gesund zu bleiben.“

Dr. Vielhauer empfiehlt, bis zu fünf Portionen Obst oder Gemüse am Tag zu essen. „Es dürfen auch gerne mal zwei Äpfel sein. Die vielfältigen Gesundheitsvorteile zeigen sich auch darin, dass der regelmäßige Verzehr von Äpfeln die Verdauung anregt, dabei wirken sich die im Apfel enthalten Ballaststoffe positiv auf die Darmbakterien aus. Keine Angst vor zu viel Säure: Das Pektin im Apfel verhindert zuverlässig, dass es zu Durchfällen kommt“, so der Gastroenterologe.

„Nur wer eine Fruktose-Intoleranz hat, sollte bei Äpfeln nicht zu stark zugreifen und nicht zu große Mengen an Obst auf einmal essen. Denn der Körper kann dann die großen Mengen Fruchtzucker nicht richtig verdauen und in die Blutbahnen aufnehmen. In der Folge entstehen Gase, die der Körper nur noch über Blähungen loswerden kann. Sollte der Verdacht auf eine Fruktose-Intoleranz bestehen, sollten Sie dies möglichst bald von einem Arzt abklären lassen. Auch Menschen mit einer Diabetes-Erkrankung sollten aufpassen, da durch den Verzehr von Obst der Blutzuckerspiegel schnell steigen kann.“

„Ein Apfel macht gesund, drei Äpfel machen eine Fettleber“

Noch ausführlicher formuliert dies der Allgemeinmediziner und Autor des Buches „Ein Apfel macht gesund, drei Äpfel machen eine Fettleber“, Carsten Lekutat: „Fruchtzucker ist am Ende auch Zucker, mit allen Problemen, die damit einhergehen.“

Bei einer Verfettung der Leber denken die meisten wohl an zu viel Alkohol. Tatsächlich seien 20 bis 30 Prozent der Fälle aber nicht auf Schnaps und Bier zurückzuführen, sondern zum Beispiel auf zu viel Fruchtzucker, schreibt Lekutat laut merkur.de in seinem Buch.

Allerdings herrsche in Deutschland meist das Problem, dass zu wenig Obst gegessen werde. „Bei vielen meiner Patienten wäre ich froh, wenn sie mehr Obst essen würden“, sagt er. Es könne sich allerdings lohnen, über die Art des Obstkonsums nachzudenken – und über die Sorte.

Wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) darstellt, mache der Zuckergehalt beim Obst den Unterschied. Während Bananen, Trauben, Äpfel oder Mirabellen  einen hohen Zuckergehalt haben, stehen Orangen oder Beerenfrüchte deutlich besser da.

Die DGE stellt klar, dass Obst natürlich gesund sei, aber eben auch zuckerreich – und deshalb mit Vorsicht zu genießen. Entscheidend ist außerdem, wie man Apfel und Co. konsumiert.

Reines Obst ist grundsätzlich besser als verarbeitetes

Grundsätzlich ist reines Obst besser als verarbeitetes. Weil in Saft das Obst hoch konzentiert ist und schneller ins Blut geht, raten Experten wie Carsten Lekutat sogar vom Orangensaft am Morgen oder dem Smoothie ab.

Dennoch geben Experten Entwarnung: Zu viel Strenge rund ums Essen und Trinken sei  schließlich ebenso nicht gut. „Heutige Ernährungsratschläge sind selten individuell, müssten es aber sein – Menschen sind ja sehr unterschiedlich und auch sehr anpassungsfähig“, sagt Lekutat. Der Obstkonsum müsse schlichtweg zum Lebensstil passen. Und wer jeden Morgen einen Orangensaft genießen will, sollte sich entsprechend mehr bewegen…

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