Diesmal geht es um die Behauptung, dass Zwillinge eine ganz besondere Beziehung zueinander haben.

Sind sich Zwillinge tatsächlich näher als „normale“ Geschwister und spielt es eine Rolle, ob es sich um ein ein- oder zweieiiges Paar handelt?

Wissenschaftler sind sich weitestgehend einig: Die Beziehung zwischen Zwillingsgeschwistern ist eine besondere, wenn auch nicht immer einfache.

Das spiegelt auch der unterschiedliche Umgang in verschiedenen Kulturen mit Zwillingen wider. In Teilen Madagaskars zum Beispiel fürchten sich die Menschen vor Zwillingen: Die Mutter soll ihre Kinder kurz nach der Geburt abstoßen, damit dem restlichen Stamm nichts Böses geschieht.

Andererseits, so schreibt es das Magazin ze.tt im Internet, sieht etwa der nigerianische Stamm Bassa-Nge eine Zwillingsgeburt als göttlichen Segen, der Glück und Reichtum mit sich bringt.

Demzufolge müsste insbesondere Nigeria allerdings „stinkreich“ und überglücklich sein. Denn in Igbo-Ora, einem Dorf im Süd-wes-ten des Landes, gibt es die höchs-te Zwillingsgeburtenrate der Welt. Im so genannten Twin Capital of the World werden mehr Zwillinge geboren, zumindest zweieiige, als irgendwo sonst.

Dabei ist nicht endgültig geklärt, warum das so ist. Mehrere Studien gehen inzwischen davon aus, dass es an speziellen Essgewohnheiten der Frauen liegen könnte.

Auch in Deutschland ist allerdings die Anzahl an Zwillingsgeburten in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen. Seit 1980 stieg die Zahl der neugeborenen Zwillinge um 40 Prozent, meldet das Statistische Bundesamt. Als jüngste Zahl gibt das Bundesamt an, dass 2018 14.097 Zwillingsgeburten in Deutschland gezählt wurden.

Haben all diese Neubürger tatsächlich diesen „speziellen, geheimen Draht“ zueinander?

Zwillingsforscher Dr. Andreas Busjahn und Professor Frank Spinath haben laut der Internetseite leben-und-erziehen.de herausgefunden, dass Gene und Umwelt gleichermaßen daran beteiligt sind, welche Eigenschaften ein Mensch hat.

Anhand unterschiedlicher Forschungen stellten die Forscher fest: Eineiige Zwillinge sind sich in vielen Eigenschaften etwa doppelt so ähnlich wie zweieiige. Für Professor Spinath ist dies logisch: „Schließlich teilen sich eineiige Zwillinge einhundert Prozent der Gene, zweieiige nur die Hälfte.“

Er ist überzeugt, dass Zwillinge eine besondere Verbindung haben, da man seinen Bruder oder seine Schwester wie kein anderer kennt und den anderen blind versteht, weil er genauso tickt und genauso aussieht wie man selbst.

Gleichzeitig warnt Professor Spinath davor, die Sache mit dem „unsichtbaren Band“ zu ernst zu nehmen. „Die Annahme, Zwillinge können über eine Dis-tanz von 200 Kilometern fühlen, wie es dem anderen geht, halte ich schlicht für Unsinn“, schreibt leben-und-erziehen.de. Dafür gebe es keinerlei wissenschaftliche Belege.

Denn gerade weil man einen Menschen so gut kennt, könne die extreme Nähe auch ins Gegenteil umschlagen. Weil sie so gut wissen, wie sie ihr Gegenüber verletzten können, können Streits unter Zwillingen besonders übel aussehen und enden.

Zwillinge leben in einer besonderen Symbiose

Caroline Tancredy und Chris Fraley von der University of Illinois at Urbana-Champaign hingegen stellten sehrwohl ein inniges Band zwischen Zwillingen fest. Laut einem Bericht bei spektrum.de befragten die beiden Forscher erwachsene Paare nach ihrer Beziehung untereinander. Die Befragten nannten ihren Zwilling als wichtige Bezugsperson, was für die Wissenschaftler ein Hinweis darauf war,  dass sich Zwillinge im doppelten Wortsinn besonders gut verstehen und auch langfristig die Höhen und Tiefen des Lebens miteinander teilen.

Dem Forscherpaar zeigte sich auch, dass die befragten Zwillinge etwas weniger auf den Rückhalt der Eltern, der Freunde und sogar des Partners bauten. Zwillingspaare scheinen beieinander etwas zu finden, was ihnen andere Beziehungen nicht bieten können. Diese Beziehung steigere sich außerdem mit der Zeit.

Diese Symbiose führten Tancredy und Fraley sowohl auf die genetischen Ähnlichkeiten als auch auf den großen gemeinsamen Erfahrungsschatz zurück.

Welcher Faktor entscheidend ist, lasse sich durch den Vergleich von eineiigen und zweieiigen Zwillingen bestimmen, heißt es bei spektrum.de weiter: Erwachsene eineiige Zwillinge seien tendenziell enger miteinander verbandelt als zweieiige. Das wies Franz Neyer, Professor für differenzielle Psychologie an der Universität Jena, nach.

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