Helmstedt. Am 27. September 2026 wird über die Verwaltungsoberhäupter des Landkreises, aller drei Städte und der Samtgemeinde Nord-Elm entschieden.

Was Pokalspiele im Fußball, sind Kommunalwahlen in der Politik: Mit Überraschungen ist immer zu rechnen. Das ist dann der Fall, wenn die Wahlbeteiligung hoch oder niedrig ist oder wenn ein politischer Neuling sich gegen einen „alten Hasen“ durchsetzt. Bei den Kommunalwahlen 2026 ist das Überraschends-te vielleicht, dass es so viele Kandidatinnen und Kandidaten für die Posten der Hauptverwaltungsbeamten gab wie nie. Vielfältige Möglichkeiten sorgen im Umkehrschluss aber dafür, dass die Entscheidung über ein neues Verwaltungsoberhaupt nicht im ers-ten Wahlgang fällt.  So war im Landkreis Helmstedt davon auszugehen, dass bei jeweils acht Bewerbern um den Bürgermeisterposten in den Städten Schöningen und Königslutter auf jeden Fall noch Stichwahlen stattfinden müssen. Und so ist es auch gekommen. In Königslutter entscheidet die Bürgermeisterwahl am Sonntag, 27. September 2026, endgültig zwischen Marc Schneider (CDU), der am Sonntag 33,88 Prozent der Stimmen bekam, und Einzelbewerber Sascha Kühne, der es auf glatte 23 Prozent brachte. Den beiden Stichwahlkandidaten unterlagen Tobias Stritzke (SPD), dem 22,28 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme gaben, Oliver Schmidt (UWG, 9,04 Prozent) sowie die Einzelbewerber Rainer Stark (7,84 Prozent) und Dietmar Schinke-Kolbe (3,97 Prozent). In Schöningen dürfen die Bürgerinnen und Bürger noch einmal zwischen Jan Fricke (SPD), der 31,05 Prozent der Stimmen auf sich vereinte, und Martin Baumbach (CDU), der 23,7 Prozent der Stimmen bekam, entscheiden. Nicht ins „Finale“ kamen AfD-Kandidat Attila Orban (21,92 Prozent) und die drei Einzelbewerber Sven Linke (8,41 Prozent), Detlef Künne (7,66 Prozent) sowie Jens Kuntze (7,25 Prozent). 

Wer wird der neue Landrat?

Als Landrat für den Landkreis Helmstedt hatten sich vier Kandidaten aufstellen lassen und auch in dem Bereich ist eine Stichwahl notwendig. Die Wählerinnen und Wähler entscheiden zwischen Malte Schneider (SPD), der im ersten Durchgang 37,66 Prozent der Stimmen bekam, und Torsten Wendt (CDU), für den 25,3 Prozent der Wählenden stimmten. Das Nachsehen hatten auf Kreisebene Tobias Stober von der AfD (19,44 Prozent) und Einzelbewerber Martin Klein (17,61 Prozent). Jeweils „nur“ drei Kandidierende  gab es bei den Bürgermeisterwahlen in der Stadt Helmstedt und der Samtgemeinde Nord-Elm. Durchsetzen konnte sich allerdings niemand. In der Kreisstadt haben die Bürgerinnen und Bürger am 27. September die Wahl zwischen Amtsinhaber Wittich Schobert (CDU), der am vergangenen Sonntag auf einen Stimmenanteil von 39,75 Prozent kam, und Herausforderer Rudolf-Janik Meyer-Sorge (SPD), der auf Anhieb 44,57 Prozent der Wählerschaft auf sich vereinte. Für Janosch Kappei (UWG) stimmten 15,67 Prozent der Wählenden. Schließlich müssen am Nord-Elm Amtsinhaber Andreas Kühne (parteiunabhängig, 41,9 Prozent) und Einzelbewerberin Petra Sydow (41,61 Prozent), die sich am vergangenen Sonntag ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten, in die Stichwahl. Nicht überzeugen konnte AfD-Kandidat Ralf Paeslack (16,48 Prozent). Für die Stichwahlen am Sonntag, 27. September 2026, von 8 bis 18 Uhr in den bekannten Wahllokalen gelten die ursprünglichen Wahlbenachrichtigungen erneut. 

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Katja Weber-Diedrich, geboren 1976 in Helmstedt, ist seit 30 Jahren Lokaljournalistin durch und durch. Der Legende nach tippte die ehrenamtlich Engagierte vor 25 Jahren den ersten HELMSTEDTER SONNTAG an einer Bierzeltgarnitur. Sowohl die Tiefen der deutschen Grammatik als auch die Wirren der Helmstedter Politik sind der Chefredakteurin nicht fremd; ihr Markenzeichen sind ehrliche Kommentare und Hartnäckigkeit.