von Natalie Reckardt

In der eigentlich besinnlichen Weihnachtszeit ist der Stresspegel für die meisten am höchsten. Neben dem Einkauf der Weihnachtsgeschenke für Familie, Freunde und Kollegen kommen besonders für Schüler noch die ganzen Klausuren hinzu, bevor es wenige Tage vor Heiligabend in die wohlverdienten Ferien geht. Aber auch bei der Arbeit kann es zu dieser Zeit drunter und drüber gehen. Davon kann die Redaktion des HELMSTEDTER SONNTAG sicherlich ein Liedchen singen…Was aber tun, wenn der ganze Stress auf einmal zu viel wird? Ein altbekanntes Sprichwort lautet „Lachen ist die beste Medizin“. Aber trifft das auch darauf zu, Stress zu reduzieren? 

Intensität spielt keine Rolle

Ein Forschungsteam der Universität Basel hat herausgefunden, dass bereits ein kleines Lächeln bei der Stressbewältigung hilft. Die Autorinnen Dr. Thea Zander-Schellenberg und Dr. Isabelle Collins von der Abteilung Klinische Psychologie und Epidemiologie der Fakultät für Psychologie in Basel schreiben, dass Menschen im Schnitt ganze 18-mal täglich lachen. Im Fachblatt „Plos One“ erklärten sie, dass Frauen sogar öfter lächeln als Männer. Im vergangenen Jahr hat das Basler Team erstmals den Zusammenhang zwischen Stressempfinden und Lachen untersucht. Für die Untersuchung wurden 41 Psychologiestudierende, davon waren 33 weiblich und im Schnitt 22 Jahre alt, mit einer speziellen Handy-App ausgerüstet. In unregelmäßigen Abständen wurden die Probanden per App gefragt, weshalb und wie intensiv gelacht wurde, wie der Stress seit dem vorherigen Signal erlebt wurde und welche psychischen sowie physischen Empfindungen mit dem Stress einhergingen – und das ganze achtmal am Tag. Das Projekt ging zwei Wochen.

„Das erste Ergebnis der Beobachtung war vor dem Hintergrund der Fachliteratur erwartet worden: In Phasen, in denen die Probanden häufig lachten, waren belastende Stressereignisse mit geringeren Symptomen verbunden“, klärten die Wissenschaftlerinnen auf. Unerwartet war hingegen der zweite Befund: Für das Zusammenspiel stressreicher Ereignisse und Intensität des Lachens – stark, mittel oder schwach – zeigte sich kein statistischer Zusammenhang mit Stresssymptomen. Laut der Wissenschaftlerinnen könnte dies dem subjektiven Empfinden der Testpersonen geschuldet sein. Sie empfehlen daher weitergehende psychophysikalische Untersuchungen mittels tragbarer Überwachungsgeräten, die beispielsweise den Puls messen.

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Natalie Reckardt, geboren 1999 in Schönebeck (Elbe), ist das Küken in der Redaktion des HELMSTEDTER SONNTAG und steckt mitten in ihrem Volontariat. Die Danndorferin ist eine leidenschaftliche Sportschützin mit einer kleinen Abneigung gegenüber (Führerschein-)Prüfungen. Sie schreibt unheimlich gerne die Fleischerseite des HELMSTEDTER SONNTAG.