Diesmal geht es um die Behauptung, dass alle Bürger gezwungen werden, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, wenn ein Impfstoff da ist.

von Katja Weber-Diedrich

Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, das ist nicht der Fall. 

Dennoch macht das ganze Land aktuell „mobil“ und trifft Vorbereitungen für die Zeit, in der der Impfstoff zur Verfügung steht. 

In Niedersachsen wurde der Katastrophenfall ausgerufen

Das Land Niedersachsen hat am 1. Dezember sogar den Katastrophenfall (in Amtsdeutsch heißt es „Außergewöhnliches Ereignis von landesweiter Tragweite“ im Paragrafen 27a des Niedersächsischen Katastrophenschutzgesetzes) ausgerufen, um dabei schneller voranzukommen. 

Der Hintergrund ist nicht, weil alle Bürger zwangsgeimpft werden sollen, wie es die so genannten Querdenker gern behaupten, sondern um flächendeckend die Möglichkeit zu schaffen, sich impfen lassen zu können. 

Zur Begründung schreibt das Land Niedersachsen in einer Pressemitteilung: „Das Coronavirus bedroht mit hohen Infektionszahlen das Leben und die Gesundheit der Bevölkerung in Niedersachsen. Mit den zum Jahresende verfügbaren ersten Impfstoffen besteht nun die Chance, einer Erkrankung mit COVID-19 vorzubeugen und das Pandemiegeschehen schrittweise zurückzudrängen. Dafür ist es erforderlich, in kurzer Frist flächendeckend Impfzentren einzurichten.“ 

Zunächst für gefährdete Gruppen und Pflegende

Darin sollen zunächst besonders gefährdete Gruppen sowie Beschäftigte im medizinisch-pflegerischen Bereich geimpft werden, bevor der gesamten Bevölkerung diese Möglichkeit angeboten wird. 

Den Katastrophenfall hat das Land deshalb ausgerufen, um Impfzentren beim Aufbau sowie beim organisatorischen und operativen Betrieb durch Behörden, Einsatzkräfte und Mittel des Katastrophenschutzes zu unterstützen. Mit dem Katastrophenfall werde, so das Land weiter, „der Einsatz der kommunalen Katastrophenschutzeinheiten und die Übernahme der zentralen Leitung durch das Land ermöglicht. Zugleich erhalten die Helfer im Katastrophenschutz einen Freistellungsanspruch, sodass auch sie in großer Zahl für diese Aufgabe zur Verfügung stehen.“

Das Land geht davon aus, dass der „Ansturm“ auf Impfzentren groß sein wird und dürfte damit nicht so falsch liegen. Außer, dass Bürger sich nach dieser Schutzimpfung „sicherer“ fühlen dürften, könnten ungeimpften Personen nämlich Nachteile entstehen. 

Flugverbot für Ungeimpfte

Beispielsweise hat die australische Fluglinie Qantas bekanntgegeben, dass sie in Zukunft Passagiere auf internationalen Flügen nur geimpft an Bord lassen wird. Weitere Airlines wollen folgen, da sie sich dadurch erhoffen, die Fluggastzahlen wieder zu steigern. Bei euronews.com werden die Chefs der größten Airlines zitiert: Tests könnten die Ausbreitung des Virus verhindern und die Quarantäneregelung ablösen, heißt es dort. 

Wenn andere Wirtschaftszweige auch auf diese Idee kommen, sieht es für Impfgegner also schlecht aus. 

Allerdings gibt es die generelle Ablehnung gegen Impfungen schon lange.  Bei Wikipedia.de heißt es dazu: „Impfgegner werden Personen genannt, die Impfungen aus sehr verschiedenen Gründen ablehnend gegenüber stehen. Eine Ablehnung ist beispielsweise religiös motiviert, kann auf naturheilkundlichen Annahmen aufbauen oder beruht auf der Angst vor Impfschäden… Ein weiterer Grund für eine allgemeine Ablehnungshaltung gegenüber Impfungen ist, dass in der Öffentlichkeit die seltenen Nebenwirkungen und Komplikationen der Impfungen stärker beachtet werden und damit gegenüber dem deutlich größeren potenziell erreichbaren Nutzen überbewertet werden… Andere Impfgegner machen beispielsweise geltend, Impfungen beruhten auf einer Verschwörung, oder sie leugnen die Exis-tenz von Viren oder die Exis-tenz des Impfeffektes.“

Impfzurückhaltung ist die größte Gesundheitsgefahr

Die Weltgesundheitsorganisation zählt die „Impfzurückhaltung“ indes zu den zehn wichtigs-ten Gefahren für die Gesundheit…

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Katja Weber-Diedrich, geboren 1976 in Helmstedt, ist seit über 25 Jahren Lokaljournalistin durch und durch. Der Legende nach tippte die ehrenamtlich Engagierte vor über 20 Jahren den ersten HELMSTEDTER SONNTAG an einer Bierzeltgarnitur. Sowohl die Tiefen der deutschen Grammatik als auch die Wirren der Helmstedter Politik sind der Chefredakteurin nicht fremd; ihr Markenzeichen sind ehrliche Kommentare und Hartnäckigkeit.